Do, 21. Februar 2019
06.02.2019 13:57

Probleme bei Suche

Mieten für junge Wiener kaum mehr leistbar

Viel zu teure Mieten, nur noch befristete Verträge, hohe Maklerprovisionen. Das Wohnen in der Hauptstadt ist im privaten Sektor für viele Menschen kaum mehr leistbar. Vor allem die Jungen leiden, zeigt eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer (AK).

Für 60 Prozent der Teilnehmer war es schwierig, eine passende Wohnung zu finden. Als Grund für die Probleme bei der Wohnungssuche nannten 84 Prozent der Befragten die hohen Mietpreise, 36 Prozent führten außerdem die schlechte Qualität der Objekte an. 34 Prozent ärgerten sich über die aus ihrer Sicht zu teuren Maklerprovisionen, so die Ergebnisse einer neuen Studie, die im Auftrag der Arbeiterkammer mit 503 Wienern unter 35 Jahren durchgeführt wurde. Befragt wurden Wiener, die in den vergangenen fünf Jahren einen Mietvertrag abgeschlossen oder eine Befristung verlängert haben.

Wohnen ist zum Luxus geworden
Angeschaut hat man sich folglich auch die Kosten für eine 72-Quadratmeter-Wohnung - also für jene Durchschnittsgröße, die die Umfrageteilnehmer angaben. Demnach kostet eine Gemeindewohnung „kalt“ - also mit Betriebskosten, aber ohne Warmwasser, Strom und Heizung - 540 Euro pro Monat. Im Genossenschaftssektor sind es an die 600 Euro, im Privatbereich allerdings mehr als 790 Euro. Dazu komme, dass knapp zwei Drittel angaben, nur einen befristeten Vertrag bekommen zu haben. Darüber hinaus gaben sieben von zehn Personen an, von ihrem Makler nicht über bestehende Mietzinsbegrenzungen informiert worden zu sein.

AK fordert Wohnbonus
Für AK-Präsidentin Renate Anderl sind diese Zahlen eine „ernüchternde“ Bilanz: „Wohnen ist ein Luxus geworden, den sich viele nicht mehr leisten können.“ Es sei ganz dringend nötig, im Mietbereich gesetzliche Reparaturen vorzunehmen, sah sie vor allem die Bundesregierung in der Pflicht. Die Arbeiterkammer will nicht nur, dass die Maklerkosten künftig vom Auftraggeber - also in der Regel vom Vermieter - übernommen werden, sondern auch das Dickicht rund um Zu- und Abschläge lichten. Auch sollen Befristungen nur noch bei Eigenbedarf erlaubt sein. Die SPÖ indes schlagen hohe Strafen bei Mietwucher vor.

Nur 22 Prozent der Wiener sozial bedürftig
Die Immobilienbranche sieht das freilich anders. Wolfgang Louzek, Präsident des Verbands der institutionellen Immobilieninvestoren, sieht das Problem nicht zuletzt bei zu lockeren Vergaberichtlinien für Sozialwohnungen - etwa zu hohe Einkommensgrenzen. Diese müssten so geändert werden, „dass die junge Generation auch tatsächlich eine Chance hat, leichter eine Wohnung zu bekommen“. Es sei unverständlich, dass zwar 60 Prozent der Wiener im geförderten Wohnbau lebten, aber nur 22 Prozent sozial bedürftig seien.

Zwecks Beratung zum Thema Miet- und Wohnrecht geht ab Mitte Februar eine neue AK-Hotline in Betrieb. Sie ist unter der Nummer 01/501 65 1345 wochentags von 8.00 bis 12.00 Uhr und an Dienstagen zusätzlich von 15.00 bis 18.00 Uhr erreichbar.

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