Fr, 22. Februar 2019
06.02.2019 05:01

„Akte Bischof“

Bereits 2014 gab es eine Anzeige wegen Deal

Der Wirbel um Bischof Alois Schwarz und dessen Geschäfte im Bistum Gurk streift nun auch die Justiz. Denn an diese wurden bereits vor fünf Jahren in einer Anzeige Vorwürfe wegen Machenschaften in der Kirche herangetragen - passiert ist aber nichts.

Wie berichtet, hat die Diözese Gurk wegen eines Immobiliendeals mit dem Waffenhändler Gaston Glock Selbstanzeige erstattet. Eine dem Verkauf zeitlich nahe stehende Spende von 600.000 Euro könnte als Steuerhinterziehung angesehen werden – und rückt das gesamte Geschäft in ein schiefes Licht.

Doch die Vorwürfe sind nicht neu: Schon 2014 musste Bischof Alois Schwarz Kritik einstecken, dass er fünf Appartements am Wörthersee erst um 1,38 Millionen Euro angekauft und dann mit Gewinn an Glock weiterverkauft hatte. Der Erlös von 84.465 Euro, wie Schwarz damals selbst angab, floss übrigens in das Wirtschaftsethikinstitut im Stift St. Georgen, das wiederum eine enge Vertraute des Bischofs leitete.

Auch die Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien wurde damals von besorgten Schäfchen der Kärntner Kirche eingeschaltet. Diese kritisierten allerdings nicht nur Ungereimtheiten um die „Appartement-Affäre“, sondern stellten auch gleich einen weiteren Millionen-Grundstücksvertrag zwischen Schwarz und Ex-Hypo-Chef Tilo Berlin in Frage. Das war der Korruptionsanwaltschaft wohl zu viel: Die Anzeige, so wird bestätigt, sei wohl im Juni 2014 eingelangt, aber gleich wieder zurückgelegt worden, weil es sinngemäß keinen Anfangsverdacht gegeben hätte. Jetzt schaut es offenbar anders aus. Seit Monaten ermittelt die Staatsanwaltschaft Graz gegen Schwarz und seine Mitarbeiterin: „Wir warten noch auf einen Bericht der Diözese und stimmen uns dann mit der Oberbehörde ab“, so Sprecher Hansjörg Bacher. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann

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