31.01.2019 16:04 |

Kosten zu hoch

Minderjährige Asylwerber werden erneut verlegt

Jene unbegleiteten minderjährigen Asylwerber, die nach der Schließung der umstrittenen Unterkunft im niederösterreichischen Drasenhofen ins Kloster St. Gabriel in Maria Enzersdorf umgesiedelt wurden, müssen nun erneut umziehen. Der zuständige Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) erklärte am Donnerstag, er habe wegen der zu hohen Kosten „die Notbremse ziehen müssen“. Die Caritas zeigte sich „sehr überrascht“.

„Die von der Caritas-Geschäftsleitung an das Land Niederösterreich übermittelte Kostenabrechnung für Dezember 2018 ist indiskutabel. Knapp 100.000 Euro will man mit dem Vertragspartner abrechnen, und das für die Betreuung von nur zehn (!) unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen“, erläuterte der Asyllandesrat. Das sei eine „Zumutung für den Steuerzahler“. „Die derzeit noch in St. Gabriel aufhältigen Jugendlichen werden in den nächsten Tagen in von der Fachabteilung des Landes ausgewählte adäquate andere Quartiere übersiedeln“, teilte Waldhäusl mit.

Caritas: „Drasenhofen war teurer“
Nach Angaben der Caritas waren im Dezember 16 Jugendliche in dem Kloster im Bezirk Mödling untergebracht. Anfang des Jahres wurden fünf von ihnen volljährig und in der Folge in Erwachsenen-Quartiere verlegt. „Derzeit sind noch zehn Jugendliche in St. Gabriel untergebracht“, hieß es am Donnerstag. Die Hilfsorganisation widersprach dem FPÖ-Politiker: „Das Stacheldrahtlager in Drasenhofen, das von der Niederösterreichischen Kinder- und Jugendanwaltschaft in einem Bericht scharf kritisiert wurde und in dem keinerlei Betreuung vorhanden war, hat um 50 Prozent mehr gekostet als die Unterbringung in St. Gabriel heute.“

In der Unterkunft stelle die Caritas darüber hinaus eine intensive Rund-um-die-Uhr-Betreuung sicher. Weiters wurde festgehalten, dass die Unterbringung in St. Gabriel nicht nur deutlich billiger für Land und Steuerzahler sei, sie trage vor allem auch zu einem „besseren Zusammenleben, weniger Konflikten und mehr Sicherheit in Niederösterreich“ bei.

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