22.01.2019 10:19 |

Geisterfahrer-Prozess

„In Wahrheit war ich einfach sehr betrunken“

Wegen sechsfachen Mordversuchs steht am Dienstag ein 56-Jähriger am Landesgericht Klagenfurt vor den Geschworenen. Der gebürtige Ungar war mit drei Promille mehr als sieben Kilometer als Geisterfahrer auf der Südautobahn unterwegs, ehe er einen Frontalzusammenstoß mit sechs Verletzten verursachte. Die „Krone“ ist beim Prozess dabei!

„Ich bereue sehr, dass meinetwegen Menschen verletzt wurden“, sagt der Angeklagte. „Ich wolllte niemanden etwas tun - auch mich nicht selbst umbringen, wie es heißt.“

Genau das ist die Kernfrage in dem Prozess: Nach dem Unfall hatte er nämlich angegeben, dass er sich töten wollte - daher hat die Staatsanwaltschaft die schwer wiegende Anklage eingebracht. „Weil er es in Kauf genommen hat, andere zu töten“, wird erklärt.

„Ich wollte Mitleid“, meint der Ungar mit gesenktem Kopf. „Daher habe ich über Selbstmordabsichten gelogen. In Wahrheit war ich einfach nur sehr betrunken.“

Augenzeuge über Geisterfahrer: „Da war keine Reaktion“
Auch ein bekanntes Zahnärztepaar aus Klagenfurt wäre fast dem Alkohol-Geisterfahrer zum Opfer gefallen. „Ich lenkte weg, gab die Lichthupe - alles - aber da war keine Reaktion“, schildert ein Mediziner im Gerichtssaal. „Er fuhr einfach gemütlich mit 50, 60 km/h falsch weiter.“

Nun liegt es an den Geschworenen, zu entscheiden, welche Strafe angemessen ist.

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann
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