10.01.2019 00:09 |

Ausnahmezustand

Bundesheer brachte Wirt mit Heli in Sicherheit

Das Bundesheer hat am Mittwochnachmittag den bisher am Berg zurückgebliebenen Wirt der Hochmölbinghütte am Ostrand des Toten Gebirges in der Obersteiermark ausgeflogen. Der SAR-Hubschrauber des Heeres nahm den Mann gegen 14.10 Uhr vor seiner Hütte auf 1683 Metern Seehöhe auf und brachte ihn ins Tal. Er sei gesund, hieß es seitens des Militärkommandos Steiermark.

Der Wirt hatte am Mittwoch die Einsatzkräfte angerufen und um Hilfe gebeten. Nach der Rettung sagte er Journalisten, er habe kein Trinkwasser mehr gehabt. Zudem musste er zwei Mal pro Tag den Kamin ausschaufeln: „Die Kräfte schwanden, es ging nicht mehr.“ Nun sei er „sehr froh“ herunten zu sein.

Landeshauptmannstellvertreter Michael Schickhofer (SPÖ) teilte indessen Mittwochnachmittag mit, dass die Steiermark Schneefräsen aus Kärnten zur Unterstützung für den Winterdienst gestellt bekommt: „Ich danke der Kärntner Landesregierung und Landeshauptmann Peter Kaiser für die tatkräftige Unterstützung. Die Achse Steiermark-Kärnten funktioniert sehr gut - das Angebot aus Kärnten zeigt das einmal mehr.“

„Das gesamte Stiegenhaus war voller Schnee“
Ab sofort werde auch das Kriseninterventionsteam (KIT) hinzugezogen, hieß es aus dem Büro des Katastrophenschutzreferenten. Der Anlass seien zwei beispielhafte Fälle aus der Gemeinde Sölk: "Bei einem Einfamilienhaus zerbrach ein Dachflächenfenster unter der Schneelast - das gesamte Stiegenhaus war voller Schnee. Die Wucht und der Lärm des Einsturzes trafen die Mutter und ihr Kind, die sich im Haus aufhielten, sehr hart. Das KIT betreut sie nun.“

Ältere Dame ohne Wasser
„Weiters ist im Sölktal eine Wasserleitung eingefroren, eine ältere Dame, die alleine lebt, hatte vorübergehend kein Wasser mehr, konnte nicht mehr Wäsche waschen, nicht mehr Leitungswasser trinken, nicht mehr kochen. Sie begann am Telefon aus purer Verzweiflung zu weinen. Abgesehen von den Reparaturarbeiten, die natürlich sofort angelaufen sind, musste die alleinstehende ältere Frau intensiv vom KIT betreut werden. So konnte sie wieder beruhigt und ihr die größte Angst genommen werden“, so Schickhofer.

Am Mittwoch schaffte es eine Hubschrauber-Besatzung über die Gemeinde Hohentauern zu fliegen, erklärte Schickhofer. Die Schwere der Situation habe sich dabei bestätigt. Eine Sprengung komme nicht in Frage, weil sonst Siedlungsgebiet verschüttet werden würde. Die Entscheidung zu evakuieren, sei richtig gewesen.

Schickhofer hoffte am Mittwoch auf ein Wetterfenster am Freitag, womit Sprengflüge durchgeführt werden könnten, um Lawinen auszulösen. In Hieflau wurden 200 Kilogramm Sprengstoff abgelagert - weitere 300 Kilogramm sollen noch am Mittwoch nach Aigen gebracht werden.

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