Trauer nach Davids Tod

Heuer kein Fasching nach dem Drama in Eberschwang

Oberösterreich
07.01.2019 07:00

Abgesagt - die Faschingszeit ist heuer in Eberschwang nach der Silvestertragödie Trauerzeit. Die Faschingsgilde sagte am Sonntag alle fünf Sitzungen ab, kein „Hutzi-Hutzi“-Ruf wird erklingen. Der tödliche Feuerwerks-Unfall von David M., ist der Grund. Seine ganze Familie ist in der Faschingsgilde aktiv.

„Wir sind tief erschüttert über den Unfall und den Tod von David“, war Michael Andessner, Präsident der Faschingsgilde Eberschwang zu Jahresbeginn geschockt vom Unglück. Nach feiern und Spaß war niemandem zumute, war doch David eine der großen Nachwuchshoffnungen im Verein. Vor zwei Jahren feierten er und seine jüngere Schwester die Bühnen-Feuertaufe, stellten die Eltern als Prinzenpaar des Jahres 2017 vor.

Keine Faschingssitzungen
Die Regentschaft des aktuellen Prinzenpaares „Anita und Oliver“ ist von Trauer über den Tod des beliebten HTL-Schülers überschattet. Alle fünf für Februar geplanten Faschingssitzungen sind abgesagt. Und das Thema wird Eberschwang so schnell nicht loslassen.

Ermittlungen so gut wie abgeschlossen
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Ried und der Polizei sind zwar so gut wie abgeschlossen, der Pyrotechniker (54) aus Ansfelden, der David dieverbotenen F4-Kugelbomben verkauft hatte - die letzte traf David tödlich am Kopf-, hat sich gestellt und alles gestanden. „In absehbarer Zeit wird es zur Anklageerhebung wegen Verdachts der grob fahrlässigen Tötung kommen“, erklärt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Ried, Alois Ebner.

Schuldfrage
Damit werden die Geschehnisse der Silvesternacht erneut aufgerollt und jetzt wird schon heftig die Schuldfrage diskutiert.
An feiern ist in Eberschwang nicht zu denken. Wie berichtet, hat die „Burschenschaft 1837 Eberschwang“ den Burschenball, den Blauen-Montags-Umzug und das Aussingen am vergangenen Wochenende abgesagt - David war auch hier aktives Mitglied.

Reumütiger Händler
Der reumütige Händler, der sich völlig zurückgezogen hat und gegenüber der Polizei sagte, dass ihm alles leidtue und er es am liebsten ungeschehen machen würde, dürfte auch seine Lizenz als Pyrotechniker verlieren, hier ist aber die Bezirkshauptmannschaft am Zug. 

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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