Salzburg bei Celtic

Perfekte Gruppenphase und Hilfe für Leipzig?

Red Bull Salzburg hat am Donnerstag (21 Uhr) die Chance, die Gruppenphase der Europa League zum dritten Mal in der Klubgeschichte mit dem Punktemaximum abzuschließen. Mit einem Sieg bei Celtic Glasgow würde Österreichs Meister zudem RB Leipzig Schützenhilfe leisten. Ein Remis reicht Celtic, um den als Gruppensieger feststehenden Salzburgern ins Sechzehntelfinale zu folgen.

„Wir wollen ja nicht den Wettbewerb verzerren. Das bedeutet, dass wir ein gutes Spiel machen und ein gutes Ergebnis holen wollen“, betonte Salzburg-Trainer Marco Rose, der trotz des folgenden Ligaspiels am Sonntag gegen den Tabellendritten St. Pölten seine bestmögliche Mannschaft aufbieten wird. „Ich glaube, dass sich Celtic das Weiterkommen, wenn sie das wollen, sehr hart erarbeiten muss. Wir werden auf Sieg spielen.“

Es wäre der sechste im sechsten Gruppenspiel. Mit 18 Punkten hatten die Salzburger die EL-Gruppenphase bereits 2009/10 unter Huub Stevens (Torverhältnis 9:2) und 2013/14 unter Roger Schmidt (Torverhältnis 15:3) beendet. Keinem anderen Klub ist das im zweitwichtigsten Europacup öfter als einmal gelungen. Derzeit hält das Rose-Team in Gruppe B bei 15:5 Toren.

Salzburg ist in 29 Pflichtspielen in dieser Saison noch ungeschlagen, mühte sich zuletzt in der Liga aber zu einem 2:2 bei Schlusslicht Admira. „Da müssen wir einfach anders auftreten“, forderte Routinier Zlatko Junuzovic für Glasgow eine Steigerung. „Bei uns ist immer Selbstkritik dabei - auch wenn wir gut spielen“, ergänzte Rose. „Wir hauen aber auch nicht alles in Schutt und Asche, wenn nicht alles ganz so gut ist.“

Die Aufgabe im mit rund 58.000 Zuschauern ausverkauften Celtic Park wird schwierig genug. „Das Stadion und die Atmosphäre dort sind berüchtigt“, sagte Rose. „In erster Linie geht es darum, dass wir die Atmosphäre aufsaugen, den Kampf des Gegners annehmen und unsere Leistung auch bringen. Nur genießen reicht halt nicht. Wir wollen schon auch Teil eines guten Fußballspiels sein.“

Celtic stürmte am Wochenende mit einem 5:1 gegen Kilmarnock an die Tabellenspitze. 2018 hat der schottische Meister in sieben Europacup-Heimspielen noch keine Niederlage kassiert. Salzburg will das ändern. „Wir wollen die 18 Punkte fixieren. Das wäre ein Traum in der Gruppe“, meinte Sportdirektor Christoph Freund.

Rund 1000 Fans begleiten die Salzburger nach Schottland. Die Mannschaft besuchte am Mittwochvormittag vor dem Abflug noch die Kinderabteilung des Universitätsklinikums Salzburg. Die Stimmung im Celtic Park wird weniger freundlich. Die Hausherren würden sich bei einer Niederlage und gleichzeitigem Leipzig-Heimsieg gegen Rosenborg Trondheim aus dem Bewerb verabschieden. „Sie werden wohl mit voller Power in die Partie reingehen“, warnte Salzburgs Mittelfeld-Ass Diadie Samassekou.

Die Salzburger sind in bisher drei Spielen gegen Celtic noch ungeschlagen. Beim bisher einzigen Duell in Glasgow setzten sie sich im November 2014 ebenso mit 3:1 durch wie im Heimspiel vor zwei Monaten, als Stürmer Munas Dabbur zwei Tore erzielte. Der Israeli ist auch in Glasgow gesetzt, ÖFB-Teamspieler Xaver Schlager fehlt gesperrt. Neben den Langzeit-Ausfällen Amadou Haidara, Patrick Farkas, Jasper van der Werff und Reinhold Yabo setzte zu Wochenbeginn auch Hannes Wolf wegen einer leichten Verkühlung mit dem Training aus.

Celtic muss aller Voraussicht nach auf Innenverteidiger Dedryck Boyata verzichten. Der Belgier, an dem mehrere englische Premier-League-Klubs Interesse zeigen, ist mit einer Oberschenkelverletzung fraglich. Linksverteidiger-Jungstar Kieran Tierney sollte trotz leichter Adduktorenprobleme spielen können. Gefährlichster Mann war zuletzt Mittelfeldspieler Ryan Christie, der in den jüngsten zehn Pflichtspielen sieben Tore erzielte. Keines davon ging für Celtic verloren.

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