Fr, 14. Dezember 2018

Trauer um Regiestar

26.11.2018 09:49

Bernardo Bertolucci 77-jährig in Rom gestorben

Der italienische Filmregisseur Bernardo Bertolucci ist im Alter von 77 Jahren in Rom gestorben. Der Autor von Meisterwerken wie „Der letzte Tango in Paris“ und „Der letzte Kaiser“ war schon seit mehreren Jahren krank und saß wegen einer misslungenen Bandscheibenoperation im Rollstuhl.

Der Regisseur starb in seiner Wohnung im römischen Viertel Trastevere. Medienangaben zufolge sei eine private Trauerzeremonie geplant. „Adieu, großer Maestro Bernardo Bertolucci. Mit seinen Meisterwerken hat er für ewig die Geschichte des Films geprägt“, schrieb die römische Bürgermeisterin Virginia Raggi auf Twitter. „Bertolucci wird als einer der Größten des italienischen und internationalen Films in Erinnerung bleiben“, so die Biennale von Venedig in einer Presseaussendung.

„Erotischster Film, der je gedreht wurde“
Der 1941 in Parma geborene Bertolucci hat zwischen 1962 und 2012 insgesamt 16 Spielfilme inszeniert. Er zählte zu den wichtigsten Regisseuren Italiens, vor allem in der ersten Hälfte der 70er-Jahre prägte er auch das internationale Filmschaffen. Sein Film „Der letzte Kaiser“ von 1987 wurde zum Welterfolg und mit neun Oscars ausgezeichnet.

Der erste große Wurf gelang Bertolucci 1972 mit „Der letzte Tango in Paris“. Ein US-Kritiker schwärmte damals, das Werk sei „der erotischste Film, der je gedreht wurde“. Heute mag das überholt sein, dennoch wurde der Streifen zum Kult - auch nachdem er in Italien verboten und Bertolucci mit einer Bewährungsstrafe belegt wurde. Er hatte genau den Nerv der Zeit getroffen - und das libertäre Lebensgefühl der damaligen Generation lüstern auf Leinwand gebannt.

„Italienische Kultur erlebt einen Trauertag“
Auch die Goldene Palme des Filmfestivals in Cannes und der Goldene Löwe der Filmfestspiele in Venedig zählen zu Bertoluccis Auszeichnungen. „Die italienische Kultur erlebt einen Trauertag. Wir verlieren einen großen Meister des italienischen Films, einen Giganten des 20. Jahrhunderts“, kommentierte Ex-Kulturminister Dario Franceschini.

Der Ex-Minister würdigte das Engagement und den gesellschaftspolitischen Einsatz Bertoluccis, der sich unter anderem für ein neues Gesetz zur Filmförderung in Italien eingesetzt hatte. Seit Jahren führte der Regisseur zudem eine Kampagne für die Rechte von Behinderten. Der Filmemacher, der seit einer misslungener Bandscheibenoperation im Rollstuhl saß, hatte 2014 einen Kurzfilm gedreht, um gegen Barrieren für Behinderte in Rom zu protestieren. Seinen Rollstuhl nannte er scherzhaft seinen „elektrischen Stuhl“.

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