Sa, 16. Februar 2019
23.11.2018 12:23

Erste Analyse zeigt:

Knochen im Vatikan nicht von vermisstem Mädchen

Jene Knochen, die vor drei Wochen in einem Nebengebäude der diplomatischen Vertretung des Vatikan in Rom entdeckt wurden (krone.at berichtete), sind nicht die sterblichen Überrest der 1983 verschwundenen 15-jährigen Vatikanbürgerin Emanuela Orlandi. Wie aus ersten Analysen der Funde, die von der römischen Staatsanwaltschaft durchgeführt wurde, hervorgeht, stammen sie aus der Zeit vor 1964.

Arbeiter hatten die Knochen bei Renovierungsarbeiten entdeckt. Die Überreste sollen zu zwei verschiedenen Personen gehören. Eine der beiden könnte ein Mann sein, ergaben die Untersuchungen, die in den nächsten Tagen weitergeführt werden sollen.

Die Gebäude, in denen die sterblichen Überreste gefunden wurden, befinden sich auf exterritorialem Gebiet des Vatikan. Sowohl der Vatikan als auch die römische Staatsanwaltschaft haben Untersuchungen eingeleitet.

Wilde Spekulationen um Verschwinden von Emanuela
Nach dem Knochenfund war spekuliert worden, dass es sich um die Überreste Orlandis handelt könnte. Die Tochter eines Vatikan-Beamten war am 22. Juni 1983 nicht mehr nach Hause gekommen. Seitdem ist sie spurlos verschwunden. 40 Tage vor Orlandi war ein weiteres Mädchen, Mirella Gregori, in Rom verschwunden. Die Ermittler schlossen damals einen Zusammenhang der beiden Fälle nicht aus.

In den vergangenen Jahren hatte es teilweise abenteuerliche Spekulationen über die Hintergründe des Falles gegeben. So wurde vermutet, dass Orlandi von der rechtsextremen türkischen Gruppe „Graue Wölfe“ entführt worden sei, um die Befreiung des Papst-Attentäters Mehmet Ali Agca (Bild unten) zu erreichen, der 1981 festgenommen worden war.

Nachforschungen ohne Ergebnis
Alle damals eingeleiteten Nachforschungen blieben ohne Ergebnis. Später hieß es, das Mädchen sei von einer Bande römischer Krimineller entführt und kurze Zeit später getötet worden. Pietro Orlandi, der Bruder Emanuelas, kämpft seit Jahrzehnten um die Klärung der Hintergründe des mysteriösen Verschwindens seiner Schwester. Er wirft dem Kirchenstaat Vertuschung vor und richtete wiederholt Appelle an Papst Franziskus, zur Klärung des Falles beizutragen. Offiziell liegen keine konkreten Erkenntnisse über das Schicksal Orlandis vor.

 krone.at
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