Mi, 21. November 2018

Via Handy mitgefilmt

21.10.2018 15:53

Abschiebung verhindert: Schwedin droht Gefängnis

Ihre Aktion hatte für großes Aufsehen auf der ganzen Welt gesorgt: Ende Juli hatte die junge Schwedin Elin Ersson die Zwangsabschiebung eines 52 Jahre alten Afghanen - zumindest vorerst - verhindert, den Vorfall via Handy gefilmt und die Bilder live auf Facebook veröffentlicht. Für die junge Frau hat ihr Eingreifen an Bord jetzt allerdings ein gerichtliches Nachspiel ...

Die Studentin hatte am 23. Juli den Abflug einer Maschine auf dem Göteborger Flughafen gestoppt. Sie weigerte sich, sich auf ihren Platz zu setzen, weshalb die Maschine nicht starten konnte. Tatsächlich erreichte Ersson es an diesem Tag, die Zwangsabschiebung des 52-Jährigen zu verhindern. Der Pilot ordnete schlussendlich an, den Afghanen von Bord zu bringen. Später wurde der Mann allerdings dennoch nach Afghanistan abgeschoben.

Abschiebung eines anderen Afghanen geplant
Bereits an Bord waren die Reaktionen gespalten: Während die einen die junge Studentin für ihre Zivilcourage feierten, zeigten sich andere verärgert von der Aktion der 21-Jährigen. Schließlich wurde auch bekannt, dass die junge Frau, die in mehreren Organisationen aktiv ist, die mit Flüchtlingen aus Afghanistan arbeiten, eigentlich die Abschiebung eines anderen, jüngeren Afghanen verhindern hatte wollen - der jedoch befand sich gar nicht im Flugzeug.

52-Jähriger bereits rechtskräftig verurteilt
Und auch über den 52 Jahre alten Afghanen wurden weitere Details bekannt. Der nämlich war zuvor bereits rechtskräftig wegen Körperverletzung zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Die Abschiebung des Mannes jedoch sei nicht in Zusammenhang mit der Straftat gestanden.

„Verletzung der Luftfahrtverordnung“
Wie der britische „Guardian“ nun berichtet, kommen deshalb auf die 21 Jahre alte Studentin juristische Konsequenzen zu, laut der Staatsanwaltschaft Göteborg „wegen Verletzung der Luftfahrtverordnung“. So sei Ersson der Aufforderung des Kapitäns nicht nachgekommen und habe sich zudem trotz wiederholter Appelle der Crew geweigert, sich hinzusetzen. Ihr drohen eine Geld- sowie auch Haftstrafe von bis zu sechs Monaten.

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