11.09.2018 14:01 |

Königsklassen-Rochade

Raikkönen verlässt Ferrari, Leclerc kommt!

Rochade in der Königsklasse: 1: Kimi Räikkönen und Charles Leclerc tauschen nach der laufenden Formel-1-Saison ihre Teams. Der 38-jährige Finne übernimmt ab 2019 bei Sauber das Cockpit von Charles Leclerc und wird zwei Jahre für die Schweizer fahren. Der aktuelle Sauber-Pilot Leclerc (20) geht künftig für die Scuderia Ferrari an den Start und wird dort neuer Teamkollege von Sebastian Vettel. Diese Entscheidungen wurden am Dienstag im Minutentakt von der Scuderia Ferrari, Alfa Romeo Sauber sowie Räikkönen selbst auf verschiedensten Kanälen verkündet. 

Die Anzeichen auf den Fahrer-Wechsel hatten sich in den letzten Wochen verdichtet, vor den letzten sieben GP-Rennen der Saison haben ihn die Verantwortlichen endlich offiziell gemacht und damit ganz im Sinne des früheren Ferrari-Präsidenten Sergio Marchionne (im Bild unten) gehandelt. Der Ende Juli in Zürich verstorbene Top-Manager hatte sich stets für den Fahrer-Tausch stark gemacht. Es war zuletzt angenommen worden, dass Marchionne die Formalitäten für die Rückkehr Leclercs zu Ferrari als Stammfahrer in der kommenden Saison längst in einem Vorvertrag fixiert hatte.

Damit ist fix, dass sich der gegen Mercedes-Star Lewis Hamilton um die WM kämpfende Vettel zum Ende dieser Formel-1-Saison von seinem Kumpel Räikkönen verabschieden muss und in Leclerc einen neuen, jungen und hoch motivierten Ferrari-Teamkollegen bekommen wird. Sein Beitrag als Fahrer sowie als Mensch sei fundamental gewesen, würdigte Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene, der als Befürworter Räikkönens galt, dessen Leistungen. „Er hat eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Teams gespielt und war zugleich immer ein großartiger Teamplayer.“ Räikkönen werde als ehemaliger Weltmeister der Scuderia immer Teil der Geschichte des Rennstalls und der Ferrari-Familie sein.

Für den mittlerweile 38-Jährigen endet also sein zweites Kapitel bei den Italienern. Der Finne fährt seit 2014 wieder für das Traditionsteam, mit dem er 2007 den WM-Titel gewann. Sein damaliger Triumph ist immer noch der bisher letzte Fahrertitel für Ferrari. Von 2007 bis 2009 fuhr Räikkönen erstmals für den Rennstall aus Maranello. Der als „Iceman“ bekannte Pilot ist in den kommenden beiden Jahren wieder bei jenem Team, für das er 2001 sein Debüt in der Formel 1 gegeben hatte.

Leclercs Chance
Der 20-jährige Leclerc stammt aus dem Scuderia-Nachwuchsprogramm und empfahl sich in diesem Jahr mit beachtlichen Leistungen bei Sauber für ein Top-Cockpit. Vettel muss sich damit vom Wohlfühlklima mit Räikkönen verabschieden und sich dem Druck eines ganz jungen Herausforderers stellen. Vettel hatte sich immer wieder für den 20-maligen Grand-Prix-Sieger ausgesprochen. Räikkönen fügte sich in den vergangenen Jahren zumeist in die Rolle des Helfers für den Deutschen und warb in diesem Jahr mit guten Leistungen für sich. Zuletzt in Monza war davon aber nichts zu sehen. Räikkönen schnappte Vettel zunächst die Pole Position weg und konnte dem Deutschen nach dessen Unfall mit WM-Spitzenreiter Hamilton später auch keine Schützenhilfe leisten. Der britische Mercedes-Pilot bezwang den Finnen und gewann schließlich den Grand Prix von Italien.

Supertalent Leclerc hat ab nun nur noch Gedanken an den Beginn bei Ferrari. „Ein Traum wird wahr“, erklärte der GP3-Meister von 2016 und Formel-2-Champion von 2017. Zwei schmerzhafte Verluste musste er in seinem Leben schon hinnehmen: Im Oktober 2014 verunglückte sein Freund und Mentor Jules Bianchi beim Formel-1-Rennen von Japan schwer, neun Monate später erlag der 25-jährige Franzose seinen Verletzungen. Im Sommer 2017 starb auch noch Leclercs Vater Herve. Der junge Charles fährt seitdem auch für sie. „Ich werde noch härter als jemals zuvor arbeiten, um euch nicht zu enttäuschen“, versicherte Vettels künftiger Nebenmann.

Sauber zufrieden
Sauber-Teamchef Frederic Vasseur sagte: „Es war uns eine große Freude, Charles Leclerc in seinem ersten Jahr in der Formel 1 zu unterstützen. Wir kennen das Talent von Charles gut und sind überzeugt davon, dass er eine tolle Zukunft vor sich hat.“ Zur Ankunft Räikkönens meinte Vasseur: „Ihn als unseren Fahrer zu sichern, stellt einen wichtigen Teil unseres Projektes dar und bringt uns unserem Ziel, als Team Fortschritte zu erzielen, einen Schritt näher.“

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