Mi, 19. September 2018

Asylwerber

27.08.2018 06:00

Sozialstadtrat fordert mehr Geld für Deutschkurse

Nur jeder zehnte Asylberechtigte kann gut Deutsch! Diese Schlagzeile hat auch den Wiener Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) alarmiert: „Ich rufe am Montag Sozialministerin Beate Hartinger-Klein an. Es muss mehr Geld für Deutschkurse geben. Es muss!“ Und er kann sich vorstellen, alle Flüchtlingskompetenzen vom Bund zur Stadt zur holen.

Ohne Deutsch keine Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt. Angesichts dieser Zahlen ist klar, wo das Problem zu Hause ist: Wie berichtet, kann nur jeder zehnte Asylberechtigte gut Deutsch, 22 Prozent haben „geringe Deutschkenntnisse“, 30 Prozent beherrschen nur die Grundlagen. „Ich verstehe jetzt besser, wieso ich in der Mindestsicherung so viele Flüchtlinge habe“, erklärt Hacker im „Krone“-Gespräch. Denn trotz eines starken Rückgangs der Arbeitslosigkeit in Wien ist dieser Trend bei Flüchtlingen eben nicht zu bemerken.

Hacker übt scharfe Kritik am Bund, der bei Deutschkursen spart: „Integrationsstadtrat Jürgen Czernohorszky und ich haben entschieden, dass wir die Deutschkursmaßnahmen fortsetzen. Aber es muss mehr Geld zur Verfügung stehen!“

Integration ab Tag eins kein großer Erfolg?
Die aktuellen Zahlen zeigen aber auch: Die rot-grüne Taktik mit „Integration ab Tag eins“ hat auch keine Früchte getragen. Oder? „Doch, sonst wären die Zahlen noch ärger“, glaubt Hacker. Der Stadtrat kann sich auch eine völlige Neuverteilung der Kompetenzen vorstellen. Bislang sind Innen-, Integrations- und Sozialministerium für Flüchtlinge verantwortlich. Dass diese Agenden in Zukunft Ländersache sind, ist für Hacker „eine Option“: „Weil sich die, die dafür verantwortlich sind, nicht ausreichend darum kümmern, haben wir in der Stadt die Konsequenzen zu tragen.“

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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