Di, 25. September 2018

Visuelle Wahrnehmung

19.08.2018 08:30

Schweine sehen besser als bislang angenommen

Schweinen hat man bisher extrem schwache visuelle Wahrnehmungsfähigkeiten nachgesagt, weil sie etwa ihre Artgenossen in Versuchen optisch nicht auseinanderhalten konnten. Sie schaffen es aber immerhin, die Vorder- und Hinteransichten von menschlichen Häuptern zu unterscheiden, wie Wiener Forscher jetzt herausgefunden haben.

Kognitionsforscher Ludwig Huber und seine Kollegen vom Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien trainierten an Menschen gewohnte, im Freiland gehaltene Hausschweine darauf, Porträtfotos von zehn Mitarbeitern und Studenten anhand ihrer Hinterköpfe zu unterscheiden. Anschließend konnten die Tiere auch die Verschiedenheit von Konterfeis und Rückansichten von 16 weiteren Frauen erkennen. Die Haustiere machten sich also ein Unterscheidungskonzept von Vorder- und Hinterseite eines menschlichen Gesichts zu eigen.

Unstimmigkeiten erkannt
Einzelne Tiere bemerkten in weiteren Versuchen sogar, wenn etwas mit den Gesichtern nicht stimmte, zum Beispiel die Bilder auf den Kopf gestellt waren, Augen, Nase und Mund fehlten oder sich nicht an den korrekten Positionen befanden. Offensichtlich erkennten manche Schweine menschliche Antlitze als solche anhand der Haar- und Gesichtskonturen, manche anhand der Tatsache, dass sie Augen, Nase und Mund beinhalten, und andere an deren Lagen zueinander.

Abgesehen von ihren beschränkten Wahrnehmungsleistungen in Bezug auf das Sehen seien Schweine recht kluge Tiere. Sie verfügen über ein Langzeitgedächtnis, merken sich räumliche Gegebenheiten und können Artgenossen bewusst täuschen sowie teils deren Absichten erkennen, so die Forscher im Fachjournal „Applied Animal Behaviour Science“.

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