Aussagen über Haidara

Ex-Boss Rangnick sorgt für Wirbel bei Salzburg

Eigentlich läuft es bei den Bullen echt rosig. Auch im sechsten Pflichtspiel der Saison blieb die Mannschaft von Marco Rose siegreich, geriet im Drittrunden-Quali-Rückspiel gegen Shkendija nie in Bedrängnis und zog mit einem Gesamtscore von 4:0 souverän ins Play-off für die Champions League ein. Im Cup zog man in die zweite Runde ein, auch in der Liga steht der Serien-Meister längst wieder dort, wo er sich am wohlsten fühlt - am Platz an der Sonne! Doch ausgerechnet Ralf Rangnick, von 2012 bis 2015 Sportdirektor in Salzburg, sorgt mit einem Interview in der „Mitteldeutschen Zeitung“ unnötigerweise am Tag nach dem Aufstieg gegen die Mazedonier für Unruhe.

Angesprochen darauf, ob er sich bei Amadou Haidara, seinem Wunsch-Nachfolger für den an Liverpool verkauften Naby Keita, noch Chancen auf einen Wechsel nach Deutschland ausrechne, antwortete der Sportboss und Trainer des Bundesligisten Rasenballsport Leipzig: „Es heißt ja nicht, dass er nicht irgendwann vielleicht doch in Leipzig spielt.“

Er und seine Vertrauten wollen nicht tatenlos zusehen, wie der Malier zu einem anderen Klub wechselt, „sondern alles versuchen, dass er eines Tages zu uns kommt.“ Haidara ist international längst heiß begehrt, wurde etwa mit dem englischen Spitzenklub Tottenham Hotspur in Verbindung gebracht. Eine Vereinbarung der Leipziger mit dem 20-jährigen Mittelfeldspieler gebe es nicht, „aber dass wir den Spieler verfolgen, ist klar“, betonte Rangnick.

Warum er solche Aussagen tätigt, darüber kann nur spekuliert werden. In Salzburg werden sie sicher mit Argwohn aufgenommen worden sein. Schließlich bringen solche Anspielungen und Wechsel-Avancen immer Unruhe in eine Mannschaft. Und die können die Mozartstädter überhaupt nicht gebrauchen.

Möglicherweise schmerzt es Rangnick immer noch, dass er - anders als in den letzten Jahren üblich - im Sommer erstmals innerhalb des Bullen-Imperiums keinen Salzburger abwerben konnte. „Das ist legitim, das gilt es zu akzeptieren“, gab er zu Protokoll. Ganz glauben will man ihm die Aussagen angesichts der Vergangenheit aber nicht.

Christoph Nister, Kronen Zeitung

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