Mi, 17. Oktober 2018

Bekämpft Geistwesen

05.08.2018 08:36

„Elfenbeauftragte“ soll Autobahn-Unfälle stoppen

Melanie Rüter nimmt beruflich „Kontakt zu Naturgeistern, Elementar- und Erdwesen“ auf, erklärt die „Elfenbeauftragte“. Klingt esoterisch, ist aber eine gefragte Profession - zumindest bei der Landesbehörde für Straßenbau im deutschen Niedersachsen. Dort hat man - das Wiener KH Nord lässt grüßen - die Energetikerin zu Rate gezogen, damit diese gemeinsam mit der „Tierkommunikatorin“ Marion Lindhof eine Unfallserie auf der Autobahn A2 unweit von Braunschweig beendet.

Die Angelegenheit, welche die „Hannoversche Allgemeine“ am Samstag enthüllt hat, hat einen durchaus ernstzunehmenden Hintergrund. Auf einer Strecke auf der Autobahn A2 zwischen Braunschweig und Lehrte haben sich in den letzten Monaten auf mysteriöse Art und Weise die Unfälle gehäuft, ein ungewöhnlich hoher Teil davon war tödlich. Der Trend zeigte sich schon 2017, als von 2815 Unfällen in der Region mehr als 2000 auf die A2 entfielen.

„Sehr traurige Energie“ an der A2
Für die beiden hinzugerufenen Esoterikerinnen kein Wunder. Sie hätten sofort die „sehr traurige Energie“ gespürt, als sie zur energetischen Reinigung an die Autobahn fuhren, erklären „Elfenbeauftragte“ und „Tierkommunikatorin“. Auch den Grund für die vielen Unfälle wollen sie schnell ausgemacht haben: „Aufgebrachte Naturwesen, die rebellierten und sich ihr Stück Natur zurückholen wollten“, sieht die „Elfenbeauftragte“. Die Tierkommunikatorin mahnt derweil, nicht die „halbstarken, auf Krawall gebürsteten“ Wildschweine an der Autobahn zu unterschätzen.

Autobahn energetisch versiegelt
Was aber hilft gegen traurige Energien und aufgebrachte Naturwesen? Eine energetische Versiegelung, glaubt man bei der Straßenbaubehörde. Diese haben die beiden Seherinnen gemeinsam mit der Autobahnmeisterei durchgeführt. Eskortiert von einem Lastwagen der Behörde steuerten sie vor einigen Wochen mehrere gefährliche Punkte an der Autobahn an, um diese energetisch zu reinigen. Die „Elfenbeauftragte“ sprach mit ihren Naturwesen, die „Tierkommunikatorin“ mit den Tieren der Wälder. Nachdem die rituelle Arbeit getan war, erklärten die Frauen, die problematischen Punkte seien nun „versiegelt“.

„Wir sind eine offene Behörde“
Mit der Frage konfrontiert, ob man bei der Landesstraßenbaubehörde Hannover an Elfen, Kobolde und sprechende Fauna glaube, antwortet ihr Chef Friedhelm Fischer diplomatisch: „Wir sind eine offene Behörde, die allen Bürgern gerecht werden möchte und viele Aktivitäten unterstützt.“ Er selbst glaube zwar nicht so recht an Geister und Feen, aber es sei zu unterstützen, wenn die Frauen glauben, die Unfallserie auf spiritueller Ebene beenden zu können.

Zumal dadurch keine zusätzlichen Kosten entstanden seien. „Wir haben das mit einer ohnehin geplanten Streckenkontrollfahrt und kleinen Reparaturen an einem Wildschutzzaun verbunden“, sagt Fischer. Man hat also zumindest nicht 95.000 Euro hingeblättert, wie das Krankenhaus Nord für seine energetische Versiegelung.

 krone.at
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