Di, 21. August 2018

Unter Terrorverdacht

27.07.2018 07:48

Trump droht der Türkei wegen Pastor mit Sanktionen

Das stark angespannte Verhältnis zwischen den USA und der Türkei dürfte sich wegen des US-Pastors Andrew Craig Brunson weiter verschlechtern: Nach fast zwei Jahren in Untersuchungshaft ist der 50-Jährige im westtürkischen Izmir nun unter Hausarrest gestellt. Der Vorwurf: Terror- und Spionageverdacht. Die USA verlangen, dass Brunson „umgehend“ in seine Heimat zurückkehren darf, die Türkei will der Forderung nicht nachkommen - trotz von US-Präsident Donald Trump angekündigten „umfassenden Sanktionen“. Brunson drohen 35 Jahre Haft. 

„Dieser unschuldige Mann des Glaubens muss unverzüglich freigelassen werden!“, forderte Trump am Donnerstag auf Twitter. Brunson leide sehr, er sei „ein Christ, ein Familienmensch und ein wunderbarer Mensch“. Wegen der langen Haft kündigte Trump „umfassende Sanktionen“ gegen die Türkei an.

Ähnliche Worte hatte zuvor auch Vizepräsident Mike Pence gewählt: Falls die türkischen Behörden nicht „sofortige Schritte“ ergriffen, um den US-Geistlichen auf freien Fuß zu setzen und zurück in die Vereinigten Staaten zu schicken, würden Strafmaßnahmen in „bedeutsamem“ Umfang verhängt.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu wies die Drohung scharf zurück. Die Türkei lasse sich von niemandem etwas „diktieren“. Die türkische Justiz sei unabhängig. „Niemand macht der Türkei Vorschriften. Wir werden niemals und von niemandem Drohungen akzeptieren“, twitterte er am Donnerstagabend. Das Gesetz gelte ohne Ausnahme für jedermann. Außenamtssprecher Hami Aksoy forderte die USA auf, wieder zu einem „konstruktiven Dialog“ zurückzukehren.

Türkei: Brunson arbeitete für Gülen und die PKK
Allerdings hatte der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan den Vorwurf, Brunson sei eine „Geisel“, selbst genährt. Im vergangenen Jahr stellte er eine Freilassung Brunsons in Aussicht, sollten die USA Fethullah Gülen ausliefern. Erdogan betrachtet den islamischen Prediger als seinen Erzfeind und macht ihn für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Der US-Pastor soll nach Ansicht der Türkei für die Gülen-Bewegung sowie die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gearbeitet haben.

Brunson war zwar am Mittwoch nach fast zwei Jahren Untersuchungshaft überraschend aus einem türkischen Gefängnis entlassen worden, er wurde aber unter Hausarrest gestellt. Sein Prozess soll am 12. Oktober fortgesetzt werden, ihm droht eine Haftstrafe von bis zu 35 Jahren. 

 krone.at
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