So, 23. September 2018

Kaum Überreste

06.07.2018 07:14

Löwen fraßen in Südafrika mehrere Nashorn-Wilderer

In einem Naturreservat in Südafrika hat ein Rudel Löwen mehrere mutmaßliche Nashorn-Wilderer gefressen. Von den Eindringlingen blieben kaum Überreste. Parkwächter fanden neben Knochen nur noch ein Gewehr mit Schalldämpfer, eine Axt und drei Paar Schuhe, wie Nick Fox, der Besitzer des privaten Wildreservates Sibuya Game Reserve in der Provinz Ostkap, erklärte.

Bei den entdeckten Knochen handle es sich um menschliche Überreste, erklärte Polizeisprecherin Mali Govender am Donnerstag. Untersuchungen müssten nun zeigen, von wie vielen Menschen die Knochen stammten. Das Wildtierreservat geht wegen der Schuhe und Kleidungsfetzen von mindestens drei Wilderern aus, die es wohl auf Nashörner abgesehen hatten. „Löwen sind sehr kräftige Tiere, sie lassen nicht viel von ihrer Beute übrig“, sagte Fox. Die Wilderer seien wohl versehentlich dem sechs Löwen starken Rudel in die Quere gekommen. „Die Vegetation an dem Ort ist extrem dicht“, so der Besitzer des Sibuya Game Reserve.

Die Eindringlinge kamen demnach in der Nacht auf Montag in das Reservat. Hunde, die auf das Jagen von Wilderern spezialisiert sind, schlugen noch in der Nacht an. Am Dienstagnachmittag fiel einem Ranger in der Nähe der Löwen etwas auf, was nach menschlichen Überresten aussah, wie Fox weiter schilderte. Ob die Getöteten weitere Komplizen hatten, ist noch unklar, wie Polizeisprecherin Govender erklärte.

Löwen für Untersuchungen zwei Stunden betäubt
Am Mittwoch wurden die Löwen des Rudels für etwa zwei Stunden betäubt, um der Polizei und den Forensikern eine Untersuchung des Tatorts zu ermöglichen. Obwohl die Raubkatzen Menschenfleisch gefressen haben, gebe es keine Gefahr für Safari-Touristen, denn diese dürften das Reservat nicht zu Fuß, sondern nur mit Rangern in speziellen Fahrzeugen besuchen, erläuterte Fox. Als Vorsichtsmaßnahme begleite ein bewaffneter Parkwächter bis auf Weiteres die Safari-Fahrzeuge.

Das Reservat Sibuya wirbt damit, Heimat für weit mehr als 400 Tierarten zu sein, darunter Antilopen, Nashörner, Elefanten und Löwen. Laut Angaben von Fox erlegten Wilderer dort im Jahr 2016 drei Nashörner. In Südafrika werden jährlich rund 1000 Nashörner von Wilderern getötet. Ihre Hörner werden vor allem nach Asien verkauft, wo für sie - als Zutat der traditionellen Medizin - ein Vermögen gezahlt wird.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.