Di, 25. September 2018

Forscher warnen:

29.06.2018 15:30

Heuer gibt es so viele Zecken wie noch nie

Experten warnen vor einem Zecken-Rekordjahr. Heuer gibt es ganz besonders viele der lästigen und gefährlichen Blutsauger, berichten die Forscher der Vetmeduni Wien. „Das mag zwar positiv für die Zecken sein, ist aber schlecht für uns“, so die Wissenschaftler. Denn mit mehr Zecken steige auch das Risiko, durch Bisse an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose zu erkranken.

Für das Jahr 2017 hatten die Forscher Katharina Brugger und Franz Rubel vom Institut für Öffentliches Veterinärwesen an der Vetmeduni Wien 187 Zecken pro 100 Quadratmeter vorhergesagt, 180 wurden tatsächlich gefunden. Für heuer wird mit 443 Zecken pro 100 Quadratmeter sogar die höchste je gefundene Zeckenzahl vorausgesagt. „Wir haben die höchste Zahl von Zecken, die wir seit Beginn der Untersuchungen gesammelt haben“, so Rubel.

Süddeutsche Modellregion als Indikator
Die Forscher zogen für die Prognose die seit zehn Jahren dokumentierten Zeckenzahlen an einem Infektionsherd in Süddeutschland heran. Das hat bereits in den Wintermonaten eine genaue Vorhersage der zu erwartenden Zeckenpopulation erlaubt. „Für dieses Jahr konnten wir damit schon Ende Februar die höchste je beobachtete Zeckendichte vorhersagen“, sagte Rubel.

Warum das mit Daten aus Deutschland erstellte Prognosemodell auch für Österreich zutreffende Zahlen liefert, liegt an einem eindeutigen, überregionalen Trend der Zeckenzahlen. Das ausgewählte Gebiet ist eine perfekte Referenz für andere mitteleuropäische Regionen. „Zeckenjahre sind in ganz Mitteleuropa synchronisiert. Wenn in Süddeutschland ein Zeckenjahr ist, dann gilt das auch für Österreich“, erklärte Rubel.

Experten raten zu FSME-Impfung
Mehr Zecken bedeutet immer auch ein erhöhtes Risiko zu erkranken, insbesondere im österreichischen und süddeutschen Raum. Um der Gefahr einer Hirnhautentzündung vorzubeugen, sollte man sich den Forschern zufolge gegen das FSME-Virus impfen bzw. die Impfung regelmäßig auffrischen lassen.

Gegen Borreliose gibt es eine Antibiotikatherapie, aber keinerlei Vorbeugemaßnahmen. Hier hilft zur Vorbeugung nach Waldspaziergängen und Aufenthalten im Freien nur das Absuchen des Körpers. Je schneller die Zecke innerhalb der ersten zwölf Stunden nach einem Biss entfernt wird, umso geringer ist die Gefahr, an Borreliose zu erkranken.

 krone.at
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