Sa, 15. Dezember 2018

Freund nahm sich Leben

16.06.2018 06:11

„Liebes-Erpresserin“: „Es tut mir furchtbar leid!“

Der tragische „Liebes-Krimi“ aus dem Innviertel, bei dem sich ein 30-Jähriger das Leben nahm - nun spricht der Verteidiger der beschuldigten, mutmaßlichen Erpresserin (29) in der „Krone“. Die Quintessenz seiner Worte: Der 29-Jährigen tut es furchtbar leid, sie ist sich aber keiner Schuld bewusst. Die fatale Erpressung mit Todesfolge sei letztlich quasi ein Missverständnis gewesen.

Der Freitod des 30-jährigen erschüttert viele. Der Innviertler nahm sich, wie berichtet, im April das Leben. Als seine Mutter im Handy des Toten den WhatsApp-Chatverlauf mit der 29-Jährigen entdeckte und las, erstattete sie Anzeige. Denn die 29-Jährige soll ihren Verehrer in drei Jahren wie einen Truthahn ausgenommen, ihm fast 100.000 Euro abgenommen haben. Und ihn, als er nichts mehr hatte, bedroht haben, seinen Griff in die Feuerwehrkasse anzuzeigen.

Immer kleinere Beträge
„Meiner Mandantin ist bewusst, dass die Mutter ihren Sohn verloren hat. Das ist furchtbar tragisch, es tut ihr auch furchtbar leid“, sagt Verteidiger Roman Wagner aus Schärding. „Sie bekennt sich auch ganz klar dazu, dass sie von dem Verstorbenen Geld bekommen hat, wenn auch nicht so viel wie kolportiert wurde. Es waren 30.000 bis 40.000 Euro. Er hat es ihr immer in kleinen Beträgen gegeben, als Unterstützung, etwa zwei Mal im Monat. 250, 500 oder höchsten 1000 Euro. Er wusste von Anfang an, dass meine Mandantin arbeitslos ist und finanzielle Probleme hat. Er war ihre Stütze.“ Deshalb sei auch der Vorwurf des schweren Betrugs schwer nachvollziehbar. Immerhin habe ihr der 30-Jährige auch noch Geld geliehen, als er Ende 2017 eine neue Freundin hatte. Trotzdem traf er sich weiter mit der 29-Jährigen.

„Sie ist keine Erpresserin“
Besonders betont Anwalt Wagner, dass seine Mandatin sei keine Erpresserin sei: „Das Ganze ist Anfang 2018 eskaliert. Anscheinend hatte die Mutter von einem Bankbeamten erfahren, dass ihr Sohn Schulden hat. Er hat ihr erzählt, dass ihm seine Mutter solchen Druck mache, per WhatsApp schrieb er, dass er dringend 10.000 Euro brauche. Meine Mandantin konnte nichts zurückzahlen und schrieb, sie würde sich bei einem Anwalt erkundigen, ob sie das muss. Mehr nicht.“ Also ein tödliches Missverständnis?

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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