Do, 20. September 2018

Schlägerei in Steyr

14.06.2018 11:09

Großer Bruder musste für kleinen büßen

Eine ungewöhnlichen Kriminalfall konnte die Steyrer Polizei lösen. Ein 30-Jähriger war von drei jungen Männern zusammengeschlagen worden. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass er als großer Bruder für den kleinen (20) zum Handkuss gekommen war. Der Rädelsführer wurde nebenbei als Serieneinbrecher am Friedhof entlarvt.

Der Krimi begann im März: Ein Mann wurde  im Stadtteil Münichholz zusammengeschlagen. Obwohl Nachbarn unmittelbar nach der Tat die Polizei verständigt hatten, konnten am Tatort weder das Opfer noch ein Täter wahrgenommen werden. Lediglich eine Geldbörse, welche vorab nicht zugeordnet werden konnte, blieb zurück. Die Nachbarn, welche die Tathandlung teilweise von ihren Fenstern mitverfolgt hatten, beschrieben den Vorfall als äußerst brutalen Angriff.

Opfer tauchte zwei Tage später im Spital auf
Zwei Tage später ließ sich das Opfer, ein 30-jährger mit schweren Kopf- und Handverletzungen im Krankenhaus Steyr behandelen Er gab an, dass er nach dem Kauf von Zigaretten durch eine Gruppe von Personen vor seinem Wohnhaus niedergeschlagen wurde und sich schwer verletzt in seine Wohnung geschleppt hatte. An Teile der Tathandlung konnte er sich nicht mehr erinnern. Seither fehlten ihm auch seine Geldbörse und sein Mobiltelefon.

Die polizeilichen Ermittlungen brachten nun Licht ins Dunkel.
Nachdem sich im Jänner 2018 drei Österreicher im Alter von 20, 20 und 23 Jahren zum Betrieb einer Cannabis-Indoor-Anlage verabredet hatten, kam es vor Ende der Ernte zu Streitereien über die Aufteilung. Es folgten Drohungen und Erpressungen, in deren Verlauf der Betreiber der Anlage zum Schutz seiner Person das angeführte Raubopfer bei Aussprachen hinzuzog. Aus Rache für den entgangenen Gewinn und um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, holte sich der vermeintlich geschädigte Mittäter Unterstützung aus seinem Freundeskreis und wartete vor dem Wohnhaus des Opfers. Als der 30-Jährige Zigaretten holte, wurde er von dem 20-Jährigen sowie dessen Freunden, 28 und 22 Jahre alt, mit zahlreichen Faustschlägen und Fußtritten gegen den Kopf und den Körper schwer verletzt und dessen Geldbörse und Handy geraubt. Die einschlägig vorbestraften Täter konnten ermittelt und festgenommen werden. Sie befinden sich derzeit in Untersuchungshaft in der Justizanstalt Garsten. Sie zeigen sich teilweise geständig. Das geraubte Gut konnte nicht mehr aufgefunden werden. Das Raubopfer musste sich bereits mehreren Operationen unterziehen. Folgeschäden können derzeit noch nicht ausgeschlossen werden. Die weiteren Mittäter der Cannabis-Indoor-Anlage wurden auf freiem Fuß angezeigt.

Haupttäter war auch Serieneinbrecher - am Friedhof!
Bei dem 20-jährigen Haupttäter konnten auch Reste von Grabschmuck und Baustelleneinbrüchen vorgefunden werden. So konnte ihm nachgewiesen werden, dass er im Jänner 2018 zahlreiche Diebstähle am Friedhof in Steyr begangen hatte. Es wurden Laternen mit Granitsockeln gestohlen, aufwendig gestaltete Schwerter von Grabstätten abgebrochen und sogar ein zwei Meter hohes mit Kupfer überzogenes Holzkreuz gestohlen. Auch vor einer Urne machte der Täter nicht Halt. Alle Gegenstände wurden nacheinander mit einer Schiebetruhe des Friedhofes abtransportiert, in einer Steyrer Wohnung zwischengelagert und in den folgenden Tagen an einen Buntmetallhändler verkauft. Das Holzkreuz sowie mehrere Ziergegenstände konnten vor dem Verkauf in einer Steyrer Wohnung sichergestellt werden. Insgesamt konnten 31 Diebstähle sowie zwei Einbruchsdiebstähle mit einer Gesamtschadenssumme von etwa 38.000 Euro geklärt werden.

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