Fr, 17. August 2018

Computersimulationen:

09.04.2018 08:06

Wikinger-Sonnensteine funktionierten tatsächlich

Der Legende nach sollen sogenannte „Solsteinnen“ (Sonnensteine) den Wikingern bei bewölktem Himmel beim wagemutigen Navigieren über die Meere geholfen haben. Jahrhunderte später haben ungarische Forscher die urtümliche Methode mittels Computersimulationen erneut getestet - und sie für durchaus brauchbar bei der Seenavigation befunden, wie sie jetzt im Fachjournal „Royal Society Open Science“ berichten.

Bekannt ist, dass die Wikinger mit ihren Schiffen Tausende von Kilometern in Richtung Island und Grönland zurücklegten und vermutlich lange vor Christoph Kolumbus Amerika entdeckten. Doch ihre Fähigkeit, selbst unter höchst ungünstigen Umständen - etwa in der Polarnacht oder bei Schneesturm - ohne Kompass so lange Entfernungen zurückzulegen, gab Forschern bislang ein Rätsel auf.

Der Überlieferung nach sollen sie Sonnensteine benutzt haben, um den Stand unseres Zentralgestirns zu ermitteln und die Nordrichtung zu bestimmen. Bereits 1967 vermutete ein dänischer Archäologe, dass es sich bei diesen Steinen um einen das Licht auf besondere Art brechenden Kristall gehandelt haben muss - wahrscheinlich Kalzit, Turmalin oder Cordierit.

Erfolgsquote von bis zu 100 Prozent
Jetzt konnten sie mithilfe vom Computersimulationen zeigen, wie die Wikinger den polarisierenden Effekt von Kalzitkristallen selbst bei bewölktem Himmel und unabhängig von den Jahreszeiten zur Orientierung statt Kompass genutzt haben könnten. In seinem aktuellen Fachartikel berichtet das Team um Szaz und Horvath, dass man bei der Simulation einer Reiseroute zwischen Norwegen und Grönland mithilfe von Kalzit, Turmalin oder Cordierit eine Erfolgsquote von 90 bis 100 Prozent erreicht habe und bestätigte damit die Legenden um die „Solsteinnen“ der Wikinger erneut eindrucksvoll.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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