"Bitte schießt nicht auf uns, wir sind Deutsche!", titelte etwa die als seriös geltende Wirtschaftszeitung "Business Day" spöttisch. Die auflagenstarke Zeitung "The Star" malte ihren Lesern bereits aus, was sie zur WM von den Deutschen zu erwarten haben: "Eine Gruppe deutscher Fußballstars, die in kugelsicheren Westen durch Pretoria tapst und bewaffnete Leibwächter, die sie umschwirren wie Kellnerinnen bei einem Bierfest - das dürfen wir erwarten, wenn das Fußballteam des Landes auf den Rat hört, der angeblich von einer privaten Sicherheitsfirma ausgegeben wurde."
Panzerwesten außerhalb des Hotels?
Das Blatt hatte den zitierten Chef der Sicherheitsfirma angerufen, die sich um die Bewachung des Nationalteams bei der ersten WM in Afrika bewirbt. Im Magazin "Sport Bild" hatte er den Spielern mit Blick auf die hohe Kriminalität Personenschutz und Panzerwesten für das Verlassen des Teamhotels in Südafrika empfohlen. Er erklärte dem "Star", die ihm zugeschriebenen Zitate seien erfunden.
Der DFB nahm die in Südafrika einsetzende Empörung so ernst, dass WM-Berater und DFB-Schatzmeister Horst R. Schmidt nach Angaben des "Business Day" über Südafrikas Nationales Organisationskomitee eine Erklärung herausgab. Schmidt betonte in der Erklärung mit Nachdruck, dass die Aussagen nicht im Namen und Auftrag des DFB erfolgt seien. Medien-Direktor Harald Stenger sagte am Donnerstag in Frankfurt: "Wir haben sofort nach Veröffentlichung der falschen Berichte klargestellt, dass es nicht unseren Überlegungen entspricht, die Spieler mit schusssicheren Westen auszustatten."
Sicherheitschef reist nach Südafrika
DFB-Sicherheitschef Helmut Spahn wird am Wochenende mit einer kleinen Delegation nach Südafrika reisen, um sich detaillierte Eindrücke vor Ort zu verschaffen. Stenger dazu: "Es ist doch selbstverständlich, dass es in Sicherheitsfragen keinen Alleingang des DFB geben kann. Alle Maßnahmen werden mit der Regierung und der FIFA genau abgesprochen. Wir haben volles Vertrauen, dass gemeinsam die erforderlichen Entscheidungen getroffen werden. Von uns ist noch kein Sicherheitskonzept für unser Team verabschiedet."










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