Steht Abriss bevor?

Mega-Bauskandal in Floridsdorf sorgt für Kritik an Behörden

Wien
21.10.2009 17:46
Unbehagen herrscht derzeit in der Kleingartenoase Schererstraße in Floridsdorf: 16 neue Häuser sind deutlich größer geraten als erlaubt. Die meisten müssten abgerissen werden, um der Bauordnung zu entsprechen. Geschehen ist das freilich seit fünf Jahren nicht, obwohl der Magistrat von dem rechtswidrigen Zustand weiß.

Bereits 2004 hatte die Baupolizei die MA 25 mit Abbrucharbeiten beauftragt, weil die Siedler keinerlei Einsicht zeigten. Diese schickte jedoch bis heute keine Räumungstrupps und Bagger hin. "Das ist Amtsmissbrauch", wettert Bezirksrat Hans-Jörg Schimanek. MA25-Chef Hermann Wedenig weist das jedoch zurück. Der Fall sei nie unter den Tisch gekehrt worden. Die Bewohner hätten lediglich eine allerletzte Frist bis Jahresende erhalten.

Siedler an Ärger nicht unschuldig
Die Kleingärtner selbst sind freilich nicht schuldlos: Sie hofften auf eine Umwidmung und bauten vorsätzlich größer. Doch die Siedlung liegt an einer Bahntrasse, ohne - kostspielige - Lärmschutzwand gibt es keine Widmung, die die Häuser legalisiert. "Die Stadt soll die Errichtung vorfinanzieren und sich das Geld in Raten zurückzahlen lassen", so Schimanek. Das sei die einzig vernünftige Lösung.

von Alex Schönherr, Kronen Zeitung

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