Sonderfinanzierung:

Drei Millionen Euro für das „Museum der Zukunft“

Das internationale Aushängeschild der Stadt Linz, wie Kultur-Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer (ÖVP) das Ars Electronica Center gerne bezeichnet, ist etwas in die Jahre gekommen. Um es wieder zukunftsfit zu bekommen, werden nun drei Millionen Euro investiert.

„Neun Jahre sind seit der Eröffnung ins Land gezogen. Viele Sensationen von damals reißen heute nicht mal mehr Volksschüler von den Sitzen. Es braucht dringend einen Relaunch“, erklärt SP-Stadtchef Klaus Luger. Insgesamt werden dafür drei Millionen Euro investiert, 1,5 Millionen davon steuert die Stadt bei. Diese Sonderfinanzierung soll im nächsten Gemeinderat beschlossen werden. Ursprünglich wären insgesamt 4,5 Millionen Euro und eine klassische Drittelfinanzierung – also auch 1,5 Millionen vom Land – eingeplant gewesen, doch die fiel am Ende dem Sparpaket zum Opfer. „Wertschätzung für innovative Kulturpolitik sieht für mich anders aus“, so Luger resignierend.

Neueröffnung im Juni 2019
Ars Electronica wird die gesamten drei Millionen zunächst vorfinanzieren. Die Stadt Linz gewährt einen jährlichen Zuschuss von 300.000 Euro Jahr über fünf Jahre. 2018 wird Ars Electronica die inhaltliche Konzeption der neuen Hauptausstellung abschließen. Zwischen Jänner und April 2019 soll die bauliche Umsetzung im ersten Unter- und im ersten Obergeschoß erfolgen. Ende Mai oder Anfang Juni 2019 könnte die Eröffnung der neuen Schau stattfinden.

Neugestaltung als wichtige Innovation
"Ars Electronica ist mit Aktivitäten in der ganzen Welt das internationale Aushängeschild der Stadt Linz und mit Besucherrekorden im Center und beim Festival auch am Standort erfolgreicher denn je. Jetzt, da die Digitalisierung in jedem Bereich unseres Lebens spürbar ist, steigt das Interesse an Ars Electronica und ihrer über Jahrzehnte aufgebauten Expertise exponentiell. Die Neugestaltung der Dauerausstellung ist eine wichtige Investition, damit die Aufgaben des AEC als Science Center mit tollen neuen Technologien, als Kunstmuseum mit Meisterwerken der Computerkunst und als Schule der Zukunft gestärkt werden", so Stadträtin und Beiratsvorsitzende der Ars Electronica Linz GmbH & Co KG, Doris Lang-Mayerhofer.

Trotz Bürgermeister-Kritik mit Aufwärtstrend
Mit knapp 181.000 Besucher im Ars Electronica Center - eine Steigerung von fünf Prozent zum Vorjahr -, 100.000 beim Ars Electronica Festival und 274.000 bei der großen Schau „Ars Electronica in Berlin“, verzeichnete Ars Electronica im vergangenen Jahr allein bei ihren drei Hauptaktivitäten mehr als 550.000 Besuche.

Mario Ruhmanseder, Kronen Zeitung

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