... Scheuch deutet schon seit einiger Zeit immer wieder an, dass er sich eine Wiedervereinigung mit der FPÖ durchaus vorstellen könne. Man träumt offenbar von einem CDU-CSU-Modell: Ein gemeinsamer Auftritt im Wiener Parlament, dafür bleibt Kärnten alleinige Spielwiese des BZÖ.
Am Montag hat der Landesparteivorstand die Kärntner Variante der Parteiausrichtung abgesegnet. Scheuch soll auch über das Ergebnis seiner Sondierungsgespräche mit FP-Chef Heinz Christian Strache berichtet haben. Das dementiert er wütend – aber würde er es zugeben? Tatsache ist, dass über eine österreichische CDU–CSU-Variante schon vergangene Woche im Vorstand der Bundes-FPÖ diskutiert wurde. „Wir haben das aber abgelehnt“, berichtet der geschäftsführende Kärntner FP-Obmann Harald Jannach.
Weitere Spaltung beim BZÖ?
Jannach ist dennoch fest davon überzeugt, dass es spätestens nächstes Jahr zu einer weiteren Spaltung beim BZÖ kommen wird: „Dann wird es wieder eine Namensänderung auf ,Die Freiheitlichen in Kärnten‘ geben. So nennen sich die Kärntner ohnehin.“ Womit wir wieder bei den Freiheitlichen wären...
Interessiert beäugt werden die orangen Entwicklungen von der Volkspartei. Hintergrund ist das Kräfteverhältnis im Parlament. VP, Grüne und BZÖ hätten mit 92 Stimmen knapp die Mehrheit. Voraussetzung für solche Überlegungen ist allerdings, dass sich das BZÖ auf einen liberalen Kurs einschwört. Neu wäre eine schwarz-grün-liberale Zusammenarbeit nicht: Im deutschen Saarland wurden damit gerade die Genossen ausgebootet.
Bleibt abzuwarten, was sich der orange Generalsekretär Stefan Petzner als Bundesprogramm einfallen hat lassen. Wirklich gut sind die Chancen ohnehin nicht, dass sich der ruhige Bucher gegen den lautstarken Scheuch durchsetzt. Dabei haben Buchers Argumente durchaus etwas für sich: Auf Bundesebene würde es dem BZÖ nichts bringen, wenn man sich mit der FP auf die gleichen Themen haut. In Kärnten ist das anders: Da haben die Blauen schlicht und einfach nichts zu melden.
von Waltraud Dengel ("Kärntner Krone")









Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.