Vorerst dementiert

BZÖ und Blaue schon bald wieder vereint?

Kärnten
12.10.2009 15:10
Beim BZÖ geht es offenbar um viel mehr als nur um die künftige Parteilinie. Die soll am kommenden Mittwoch zwischen den Bundes- und den Kärntner Landesorangen abgestimmt werden. Wobei der offen zugegebene Disput sich zwischen „wirtschaftsliberal“ (BZÖ-Bundeschef Josef Bucher und stramm nationalfreiheitlich (Kärnten-Obmann Uwe Scheuch) abspielt. Im Hintergrund laufen allerdings ganz andere Verhandlungen...

... Scheuch deutet schon seit einiger Zeit immer wieder an, dass er sich eine Wiedervereinigung mit der FPÖ durchaus vorstellen könne. Man träumt offenbar von einem CDU-CSU-Modell: Ein gemeinsamer Auftritt im Wiener Parlament, dafür bleibt Kärnten alleinige Spielwiese des BZÖ.

Am Montag hat der Landesparteivorstand die Kärntner Variante der Parteiausrichtung abgesegnet. Scheuch soll auch über das Ergebnis seiner Sondierungsgespräche mit FP-Chef Heinz Christian Strache berichtet haben. Das dementiert er wütend – aber würde er es zugeben? Tatsache ist, dass über eine österreichische CDU–CSU-Variante schon vergangene Woche im Vorstand der Bundes-FPÖ diskutiert wurde. „Wir haben das aber abgelehnt“, berichtet der geschäftsführende Kärntner FP-Obmann Harald Jannach.

Weitere Spaltung beim BZÖ?
Jannach ist dennoch fest davon überzeugt, dass es spätestens nächstes Jahr zu einer weiteren Spaltung beim BZÖ kommen wird: „Dann wird es wieder eine Namensänderung auf ,Die Freiheitlichen in Kärnten‘ geben. So nennen sich die Kärntner ohnehin.“ Womit wir wieder bei den Freiheitlichen wären...

Interessiert beäugt werden die orangen Entwicklungen von der Volkspartei. Hintergrund ist das Kräfteverhältnis im Parlament. VP, Grüne und BZÖ hätten mit 92 Stimmen knapp die Mehrheit. Voraussetzung für solche Überlegungen ist allerdings, dass sich das BZÖ auf einen liberalen Kurs einschwört. Neu wäre eine schwarz-grün-liberale Zusammenarbeit nicht: Im deutschen Saarland wurden damit gerade die Genossen ausgebootet.

Bleibt abzuwarten, was sich der orange Generalsekretär Stefan Petzner als Bundesprogramm einfallen hat lassen. Wirklich gut sind die Chancen ohnehin nicht, dass sich der ruhige Bucher gegen den lautstarken Scheuch durchsetzt. Dabei haben Buchers Argumente durchaus etwas für sich: Auf Bundesebene würde es dem BZÖ nichts bringen, wenn man sich mit der FP auf die gleichen Themen haut. In Kärnten ist das anders: Da haben die Blauen schlicht und einfach nichts zu melden.

von Waltraud Dengel ("Kärntner Krone")

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