Dreiste Methoden

Italienische Pilz-Diebe verpfeifen ihre Landleute

Kärnten
11.10.2009 18:49
Der Schwammerl-Schmuggel von Kärnten nach Italien treibt kuriose Blüten: Bei Kontrollen auf der Südautobahn haben am Sonntag zahlreiche Italiener ihre Landsleute verpfiffen. Obwohl die Pilzsaison längst zu Ende ist, konnten so wieder 200 Kilogramm von der Bergwacht beschlagnahmt werden. Doch auch Kärntner gerieten ins Fadenkreuz der Wächter.

„Es ist einfach unglaublich! Wir haben Hinweise erhalten, dass Kärntner mit Lieferwagen voller Schwammerln durchs Kanaltal fahren und den einzelnen Wirten vor Ort die Pilze anbieten“, ist Johannes Leitner, der Chef der Kärntner Bergwacht, entsetzt: „Wir haben uns nie gedacht, dass der illegale Schwammerlhandel derart boomt.“

Alleine im September und Oktober konnten so die Bergwächter bei den Grenzübergängen zwei Tonnen (!) Pilze sicherstellen. „Und dabei können wir nur Stichproben machen“, so Leitner.

Italiener verpfeifen Landsleute
Besonders interessant findet der Bergwächter, dass italienische Kärnten-Urlauber ihre Landsleute verpfeifen. „Es wurden uns sogar Kennzeichen von Fahrzeugen genannt, die voll mit Pilzen sind und die wir kontrollieren sollten. Auch Kärntner Kennzeichen von Kleinlastwagen waren darunter.“ Eine Bestätigung dafür, dass die „Funghi“-Liebhaber wegen der intensiven Kontrollen in Kärnten Fahrzeuge anmieten, um unauffällig über die Grenze zu kommen.

Auch Polizisten in Thörl-Maglern konnten einen italienischen Pilzdieb am Sonntag fassen, der gleich um 50 Kilogramm zu viel gesammelt hatte. Die sichergestellten Pilze wurden im Wald entsorgt. Leitner: „Sie waren einfach nicht mehr verwertbar.“ Insgesamt wurden in ganz Kärnten am vergangenen Wochenende rund 90 Kilo Pilze beschlagnahmt.

von Hannes Wallner, ("Kärntner Krone") und kaerntnerkrone.at
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