Mo, 23. Juli 2018

Fund in See

03.03.2018 06:29

Forscher entdecken zwei neue Riesenviren-Arten

Einen höchst ungewöhnlichen Fund hat ein internationales Forscherteam in einem brasilianischen See gemacht. Die Wissenschaftler entdeckten in Proben zwei neue Formen von Riesenviren, die beinahe die Größe von Bakterien erreichen und einen breiten Schwanzfortsatz besitzen. Noch ungewöhnlicher als die Größe sei aber die Komplexität des Erbgutes der Viren, zeigten sich die Experten überrascht.

Wie ein Team um Jonatas Abrahao von der Aix-Marseille Université in Spanien im Fachjournal „Nature Communications“ berichtet, tragen die nach dem brasilianischen Gott Tupa benannten Tupaviren auch einen nahezu vollständigen Bauplan zur Proteinsynthese in sich.

Rund 1,5 Millionen DNA-Basenpaare und damit genügend Gene, um 1425 Arten von Proteinen zu erzeugen, besitzt das Genom der neu entdeckten Riesenviren. Damit enthalte ihr Erbgut mehr Gene für die Proteinbiosynthese als das Genom jedes anderen bis dato bekannten Virus. Um Eiweiße herzustellen und sich gänzlich ohne einen Wirt fortzupflanzen, fehle den Tupaviren eigentlich nur die Ribosomen (die Proteinfabriken der Zellen, Anm.), so Abrahao. Laut Angaben des Forschers infizieren Tupaviren verschiedene Amöben-Arten und nutzen diese dazu, Kopien von sich selbst herzustellen.

Riesenviren erst seit rund zehn Jahren bekannt
Riesenviren kennt man tatsächlich erst seit etwa zehn Jahren. Ursprünglich in einfachen Amöben in Südfrankreich entdeckt, geht die Wissenschaft mittlerweile davon aus, dass sie weit verbreitet sind. Wie alle bekannten Viren sind auch Riesenviren für die Vermehrung auf die Zellen anderer Organismen angewiesen.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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