Haider-Trauerfeier

Hunderte pilgerten zur Gedenkmesse an den Unfallort

Kärnten
11.10.2009 20:11
Kärnten hat am Sonntag des am 11. Oktober 2008 verstorbenen Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider gedacht. Am Sonntagvormittag fand eine Messe im Klagenfurter Dom statt, am Nachmittag wurde an der Unfallstelle in Lambichl (Bild) ein Bildstock enthüllt. Rund 1.000 Menschen pilgerten in den kleinen Ort südlich der Landeshauptstadt und zündeten Kerzen an. Am Abend fanden noch weitere Trauerveranstaltungen statt.

Die Unfallstelle in Lambichl ist längst zur Pilgerstätte für Haider-Fans und Neugierige geworden. Am Sonntag wurden unter den Besuchern vor allem diverse Verschwörungstheorien diskutiert, zahlreiche Anwesende wollten die Unfallversion - Haider war alkoholisiert und mit stark überhöhter Geschwindigkeit mit seinem Dienstwagen in den Tod gerast - einfach nicht glauben. Landeshauptmann Dörfler bemühte sich, zu erklären, dass es sich tatsächlich um einen Verkehrsunfall gehandelt habe.

"Unfall war das sicher keiner"
Ein Mann, der auf dem rechten Oberarm eine Tätowierung trägt, die das Gesicht Jörg Haiders darstellt, wurde von den Fotografen regelrecht belagert. Auch er meinte: "Unfall war das sicher keiner." Wie der ehemalige Landeshauptmann aber seiner Meinung nach tatsächlich zu Tode gekommen sein soll, wollte er nicht sagen, das sei ihm "zu gefährlich".

Landeshauptmann Gerhard Dörfler erzählte in seiner Ansprache von seiner Freundschaft zu dem Verstorbenen, die bereits lange vor seinem Einstieg in die Politik begonnen habe. Er würdigte die Leistungen des "Ausnahmepolitikers", der stets ein Herz für die Menschen gehabt habe. Der kleine Mann von der Straße sei Haider mindestens so wichtig gewesen wie Manager großer Konzerne.

Dörfler, wie auch nach ihm Scheuch, schalt die Journalisten, die ein verzerrtes Bild von Kärnten zeichnen würden. "Wir Kärntner feiern gemeinsam, aber wir trauern auch gemeinsam, das ist kein Totenkult", betonte der Haider-Nachfolger.

Schelte an die Journalisten
Scheuch mochte da nicht nachstehen und unterstellte der schreibenden Zunft, "Halbwahrheiten und Lügen" zu verbreiten. Er berichtete, wie sein kleiner Sohn am Todestag vor einem Jahr auf die Nachricht reagiert hätte, dass Haider gestorben sei: "Er hat gesagt, 'das kann nicht sein, der Landeshauptmann kann nicht sterben'." Haider sei zwar tot, doch in den Herzen der Menschen werde er stets lebendig bleiben, so Scheuch.

Bei der Enthüllung des Marterls, das vier Heiligenbilder, unter anderem eines vom Kärntner Landespatron, zieren und das mit Lärchenschindeln gedeckt ist, wurde das Kärntner Heimatlied gesungen. Zum Abschluss präsentierten sich Dörfler und Scheuch in demonstrativer Umarmung, um immer wieder kolportierten Gerüchten, sie seien einander nicht grün, zu begegnen. "Ihr werdet es nicht erleben, dass der Gerhard und der Uwe streiten", so Dörfler.

Familie und BZÖ-Spitze bei Gedenkmesse
Bereits am Vormittag hat im Klagenfurter Dom eine Gedenkmesse für den Verstorbenen stattgefunden, bei der Haiders Familie und die BZÖ-Spitze anwesend waren. Bürgermeister Christian Scheider (BZÖ) hielt eine Rede, nach der Messe bedankte sich Witwe Claudia für die Anteilnahme im vergangenen Jahr.

Die offizielle Gedenkveranstaltung des Landes, eine Messe in der Stiftskirche Ossiach, begann um 18 Uhr. Im Anschluss daran gab es in der Carinthischen Musikakademie in Ossiach ein Gedenkkonzert für den verstorbenen Landeshauptmann. 400 geladene Gäste waren zugegen.

Fans am Haider-Grab
Auch zum Grab von Jörg Haider im Bärental sind am Sonntag immer wieder Fans und Neugierige gepilgert. Massenansturm gab es aber beileibe keinen.

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