Gemeldet wurden dem Amt für Jugend und Familie auch Fälle von psychischer und physischer Gewalt, diese machten fast ein Drittel aller Meldungen aus. Bei etwa zwei Prozent bestand der Verdacht auf sexuellen Missbrauch. Polizei, Schulen und Kindergärten, aber auch Familienangehörige, Freunde oder umsichtige Nachbarn meldeten die Verdachtsfälle.
Gefährdungsmeldungen werden überprüft
„Bekommt das Amt für Jugend und Familie eine solche Gefährdungsmeldung, dann beginnt ein drei Monate langes Abklärungsverfahren um den Verdacht zu prüfen“, erklärte Herta Staffa, Sprecherin der MA11. Danach kann bei rund zwei Drittel aller Fälle eine Gefährdung des Kindes ausgeschlossen werden. "Das bedeutet aber nicht, dass immer alles in Ordnung war", meinte Staffa. Allerdings würden viele Betroffene mit der im Zuge eines Abklärungsverfahrens gebotenen Unterstützung "noch die Kurve" kriegen - manchmal seien Eltern eben mit einer gewissen Situation überfordert, könnten sie aber mit entsprechender Hilfe meistern.
Weitere Schritte für ein Drittel aller Verdachtsfälle
Beim verbleibenden Drittel müssen laut Staffa weitere Schritte eingeleitet werden. Das heißt das Kind wird, wenn notwendig, aus der Familie herausgenommen und in ein Krisenzentrum gebracht. Außerdem bietet das Amt für Jugend und Familie den Eltern auch Hilfe bei der Erziehung ihrer Kinder an.
Österreichweiter Anstieg von Verdachtsfällen
Nicht nur Wien, auch die übrigen Bundesländer verzeichnen einen Anstieg der Meldungen von vernachlässigten Kindern. Experten vermuten aber, dass es nicht tatsächlich mehr Fälle gibt, sondern die Umgebung sei für dieses Thema einfach sensibler und aufmerksamer geworden.
Symptome von Kindesvernachlässigungen
Mögliche Symptome einer Vernachlässigung können zum Beispiel ein schlechter Pflegezustand, Unter- bzw. Fehlernährung, Entwicklungsverzögerungen, verminderte Beziehungsfähigkeit, Verhaltensauffälligkeiten, häufige Erkrankungen oder Verletzungsspuren sowie eine motorische Passivität oder auch Überaktivität des Kindes sein. "Ein Symptom allein sagt noch gar nichts aus", betonte Staffa. "Aber es ist ein Alarmsignal, dass man genauer hinsehen muss."










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