Mo, 16. Juli 2018

Verkürzter Super-G

19.01.2018 13:47

Mayer in Kitz nur von zwei Super-Elchen geschlagen

Matthias Mayer hat beim verkürzten Super-G in Kitzbühel einen Podestplatz erobert. Der Kärntner raste beim Sieg von Aksel Lund Svindal auf Platz drei. Zweiter wurde Kjetil Jansrud. 

Matthias Mayer legte einen guten Start auf der verkürzten Strecke hin, lag bereits im oberen Teil 20 Hundertstel vorne. Ein paar Fehler kosteten ihm allerdings die Bestzeit.

"Bei der Steilhang-Einfahrt ist mir der Außenski extrem weggegangen. Diese Schneeverhältnisse sind nicht unbedingt mein's. Es war ein schweres Rennen. Ich glaube den Aksel hätte ich nicht einholen können", so der Drittplatzierte im Interview, der Hannes Reichelt genau um eine Hundertstel vom Podest verdrängte.  Lob gab es für die vielen Skifans, die das Rennen nur per Vidiwall verfolgen konnten. "Wenn man sieht, wie viele Zuschauer da sind beim größten Public Viewing Österreichs, ist das ein Wahnsinn."

Reichelt war aber nicht sauer: "Ich habe auch schon Rennen gewonnen mit einem Hundertstel Vorsprung, ich darf mich nicht beschweren. Es war eigentlich ein schöner Super-G. Hat richtig Spaß gemacht", so der Ski-Oldie im Interview.

Aksel Lund Svindal hat hingegen ein perfektes Renn-Comeback in Kitzbühel gegeben. Zwei Jahre nach Sieg und Horrorsturz auf der Streif gewann der Norweger am Freitag erneut den Weltcup-Super-G in der Gamsstadt, setzte sich 0,50 Sekunden vor seinem Landsmann Kjetil Jansrud und 0,56 vor Vorjahressieger Matthias Mayer durch.

Svindals Formkurve zeigt nach oben
Der dritte Weltcupsieg im Olympiawinter und 35. insgesamt ist für Svindal auch deshalb ein besonderer, weil noch nie zuvor der Kitz-Super-G komplett auf der Streif gefahren wurde und Mausefalle, Steilhang und Alte Schneise beinhaltete. Weil das Ziel wegen der weichen Verhältnisse im untersten Streckenabschnitt zum Oberhausberg verlegt worden war, hatte auch der Startpunkt neu überdacht werden müssen. Betrug die Siegeszeit von Mayer im Vorjahr 1:11,25 Minuten, so war das Rennen heuer mit 1:30,72 auch deutlich länger.

Die Mühen der Pistenarbeiter machten sich aber bezahlt und den Athleten gefiel die neue Variante. "Für mich war es ein cooler, schöner Super-G. Ich bin den echt gern gefahren. Sicher, die Hundertstel hat mich zuerst brutal geärgert", sagte Hannes Reichelt, der als Vierter das Podest knapp zugunsten seines Teamkollegen verpasste. Das Abschwingen im improvisierten Ziel und ohne Zuschauerapplaus versetzte ihn zurück in alte Zeiten. "Wie bei FIS-Rennen."

Die Rennläufer fuhren danach im Touristen-Skitempo ins eigentliche Ziel, wo sie von Tausenden Zuschauern bejubelt wurden. Svindal gewann zum dritten Mal nach 2013 und 2016 in Kitzbühel den Super-G. "Ein Abfahrtssieg morgen wäre logischerweise ein Traum. Wenn ich tauschen könnte würde, würde ich, aber man muss das nehmen, was kommt. Ich bin heute sehr glücklich", sagte der 35-Jährige, der 55.500 Euro brutto an Preisgeld erhielt. "Heute war es ein spezielles Rennen mit dem Ziel so weit oben. Das war irgendwie so wie in der Jugend. Man schaut auf Leute, wie sie reagieren. Ich habe einen Physio gesehen, wie er jubelt - dann habe ich gewusst, es passt." Auch Kjetil Jansrud  war zufrieden: "Zwei Elche am Podest in Kitzbühel, da sind wir besonders zufrieden", sagte er mit einem Augenzwinkern.

Beaver-Creek-Sieger Vincent Kriechmayr war mit 1,29 Sekunden Rückstand als Zehnter drittbester Österreicher. "Ein paar kleine Fehler, dann bist du nicht mehr dabei", haderte der Oberösterreicher, der wie alle Athleten letztlich froh war, dass dieses Rennen stattfand. Und für die Abfahrt am Samstag wollte er sich auch nicht drausbringen lassen. "Morgen ist ein anderes Rennen", versicherte er. Christian Walder schrieb als 14. an und machte das nächste gute Ergebnis. "Das Knie ist tadellos, das Vertrauen kommt zurück. Es geht bergauf."Weiter nicht richtig ins Fahren kommt hingegen Romed Baumann, der 3,14 Sekunden Rückstand hatte. Patrick Schweiger landete außerhalb der Punkteränge. Christopher Neumayer dürfte bei einem Sturz glimpflich davongekommen sein, auch Daniel Danklmaier kam nicht regulär ins Ziel. Nicht am Start war Max Franz, der wegen einer Magen-Darm-Erkrankung bereits aus Kitzbühel abgereist ist und auch die Abfahrt am Samstag verpassen wird.

Ergebnis:
1. Aksel Lund Svindal (NOR) 1:30,72
2. Kjetil Jansrud (NOR) 1:31,22 +0,50
3. Matthias Mayer (AUT) 1:31,28 +0,56
4. Hannes Reichelt (AUT) 1:31,29 +0,57
5. Adrien Theaux (FRA) 1:31,42 +0,70
6. Beat Feuz (SUI) 1:31,55 +0,83
7. Peter Fill (ITA) 1:31,64 +0,92
8. Andreas Sander (GER) 1:31,85 +1,13
9. Blaise Giezendanner (FRA) 1:31,93 +1,21
10. Vincent Kriechmayr (AUT) 1:32,01 +1,29
11. Christof Innerhofer (ITA) 1:32,22 +1,50
12. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 1:32,25 +1,53
13. Gilles Roulin (SUI) 1:32,28 +1,56
14. Christian Walder (AUT) 1:32,31 +1,59
15. Thomas Dreßen (GER) 1:32,32 +1,60
16. Thomas Tumler (SUI) 1:32,39 +1,67
. Dominik Paris (ITA) 1:32,39 +1,67
18. Josef Ferstl (GER) 1:32,43 +1,71
19. Ralph Weber (SUI) 1:32,44 +1,72
20. Bostjan Kline (SLO) 1:32,45 +1,73
21. Dustin Cook (CAN) 1:32,69 +1,97
22. Alexis Pinturault (FRA) 1:32,96 +2,24
23. Martin Cater (SLO) 1:32,99 +2,27
24. Andrew Weibrecht (USA) 1:33,10 +2,38
25. Manuel Osborne-Paradis (CAN) 1:33,11 +2,39
26. Thomas Biesemeyer (USA) 1:33,18 +2,46
27. Bryce Bennett (USA) 1:33,28 +2,56
28. Mattia Casse (ITA) 1:33,46 +2,74
29. Wiley Maple (USA) 1:33,62 +2,90
30. Romed Baumann (AUT) 1:33,86 +3,14
Weiter:
50. Patrick Schweiger (AUT) 1:36,26 +5,54

 

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