07.11.2002 14:17 |

Meinungsforscher:

"FPÖ kratzt an der 10 Prozent-Marke!"

Die FPÖ befindet sich offensichtlich in einer Phase der Selbstzerstörung. Nachdem Jörg Haider in einem Interview Susanne Riess-Passer und Karl-Heinz Grasser Unregelmäßigkeiten beim Kauf der Abfangjäger unterstellt und deren Rücktritt gefordert hatte, kündigte Riess-Passer und Westenthaler einen Klage gegen Haider an. Das Image der Partei ist schwer angeschlagen.
Die Spaltung der Freiheitlichen Partei scheintperfekt: Nachdem FPÖ-Chef Herbert Haupt sich erst am Dienstagin der TV-Konfrontation mit Kanzler Schüssel hinter HaidersForderung nach einem Austritt von Riess-Passer, Westenthaler undGrasser gestellt hatte, sprach sich FPÖ-Klubchef Schweitzergegen diese Forderung aus: Sie sollten "immer einen Platz innerhalbunserer Gesinnungsgemeinschaft haben".
 
Sichrovsky wirft Haider antisemitischeAussagen vor
Am Donnerstag stellte sich auch der ehemalige Generalsekretärder Freiheitlichen, Peter Sichrovsky gegen Jörg Haider: DerKärntner Landeshauptmann sei "meiner Meinung nach nicht mehrtragbar", sagte Sichrovsky am Donnerstag im Gespräch mitder APA. Aber das sei Sache der Kärntner, die ihn gewählthätten.
 
Sichrovsky sieht in den Aussagen Haiders im "News",wonach Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F) mit seiner Kritikan der Irak-Reise um das "Wohlwollen der Ostküste" buhle,"klassische Vorurteile gegen jüdisch dominierte Finanz- undIndustriezentren an der Ostküste". Die Aussage sei auch imZusammenhang mit Haiders Äußerungen zu sehen, dasses in Israel keine Demokratie gebe und das Land mit dem Irak vergleichbarsei.
 
Haider nimmt Korruptionsvorwurf zurück
Er habe, so Haider, nie im Zusammenhang mit der Abfangjäger-EntscheidungKorruptionsvorwürfe erhoben. Deshalb sehe er sich auch nichtgenötigt, sich zu entschuldigen. Seine Kritik, ergänzteer im Rahmen der Pressekonfernez mit Klubobmann Schweitzer, undMinister Haupt, habe sich nicht gegen die persönliche Integritätder Angesprochenen gerichtet.
 
Was war passiert?
Die Vizekanzlerin und der Finanzminister Grasserdrohten dem Kärntner Landeshauptmann mit einer Klage, nachdemHaider seine Parteikollegen schwere Korruptionsvorwürfe rundum den Kauf der Abfangjäger gemacht hat. Auch der von Haidergeforderte Parteiaustritt wird von Riess-Passer und Ex-FPÖ-KlubchefWestenthaler abgelehnt.
 
Partei auflösen und neu gründen?
Steckt hinter der Selbstzerstörung gar ein KalkülHaiders, die Partei aufzulösen und neu zu gründen, fallsdie FPÖ bei den Wahlen weniger als 15% der Stimmen bekommt,wie er jüngst ankündigte? Politik-Experten meinen, dieAngriffe auf seine ehemaligen Weggefährten sollen die katastrophaleIrak-Reise als bestimmendes Thema ablösen. Die FPÖ kratztderzeit hart an der Zehn-Prozent-Marke, so Werner Beutelmeyervom Meinungsforschungsinstitut "market" .
 
Ab Samstag wird Jörg Haider mit FPÖ-ChefHerbert Haupt übrigens wieder in ganz Österreich vonden Plakatwänden lächeln...
Freitag, 18. Juni 2021
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