22.12.2008 18:00 |

"Wir wissen nichts"

Vertrag über Atommüll-Transport gefunden

Der geheimnisvolle Atomtransport durch Kärnten dürfte aufgespürt sein! Wie berichtet, hatte ja Grünen-Chef Rolf Holub seine Kollegen der "Verdi Italia" eingeschalten. Die Umweltschützer haben einen Vertrag gefunden, der besagt, dass eine italienische Firma Atommüll nach Seibersdorf bei Wien bringen wird.

Die Firma "Sogin" soll die Übernahme von Atommüll in Seibersdorf vereinbart haben. Und zwar im "Nuclear Engineering Seibersdorf", einem Unternehmen des Austrian Research Centers. Prokurist Heinrich Seidl wollte keine Stellungnahme abgeben.

Geheimtransport in den nächsten Wochen
Die Fahrt durch Kärnten soll irgendwann bis 15. Jänner stattfinden. Am 12. und 14. Dezember sind die bislang letzten Frachter in Seibersdorf angekommen, wie aus der Internetseite des "NES" hervor geht. Dort sind übrigens auch genaue Stundensätze für die Abholung und Lagerung von Nuklear-Müll aufgelistet.

"Wir wissen von nichts"
Wie berichtet, gab es von offiziellen Stellen bisher ja keine Bestätigung. Da der Transport radioaktiver Fracht nicht meldepflichtig ist, wollen weder Bezirkshauptmannschaften, noch Landesregierung, Sicherheitsdirektion oder Polizei Bescheid wissen. In Seibersdorf verweist man an das Umwelt-Bundesamt. Auch ein Asfinag-Sprecher, über deren Straßen der Transport gehen soll, sagt: "Wir wissen von nichts."

Einzig und allein die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien scheint informiert: "Bei der Fracht könnte es sich um Atommüll aus dem stillgelegten Meiler Caorso in Italien handeln", sagte eine Sprecherin der IAEA der "Kärntner Krone".

Der Reaktor in Caorso wurde 1978 in Betrieb genommen aber bereits 1986 stillgelegt. Seither ist Italien auf der Suche nach Abnehmern.

von Thomas Leitner und Serina Babka, Kärntner Krone

Symbolfoto

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