Fatale Lawinen

Drei Deutsche von Lawinen getötet

Österreich
21.12.2008 20:56
In Österreich sind am Wochenende drei Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen. Nur mehr tot konnte am Sonntagnachmittag ein deutscher Tourengeher unter einer Lawine gefunden werden, der seit Samstagabend im Osttiroler Gemeindegebiet Prägraten am Großvenediger als vermisst gegolten hatte. "Eine Bergung muss aufgrund der Gefahr von Nachlawinen verschoben werden", erklärte ein Alpinpolizist (zur Lawinengefahr siehe Beitrag in Infobox). Auch in Vorarlberg wurden zwei Deutsche von Lawinen verschüttet und getötet.

In Osttirol hatte kurz nach 13.00 Uhr ein Lawinenhund den leblosen Körper des deutschen Tourengehers auf 1.530 Meter Höhe im Dorfertal aufgespürt. Der 49-Jährige war 1,20 Meter unter den Schneemassen begraben und beim Lawinenabgang rund 40 Meter mitgerissen worden. "Die Lawine hat sich selbst ausgelöst und den Mann mitgerissen", schilderte Franz Riepler von der Polizei Matrei in Osttirol. Zur Stunde war der Notarzt zum Unglücksort unterwegs, um den Tod des Urlaubers medizinisch zu bestätigen.

Suche wegen Lawinengefahr verschoben
"Wegen der Gefährlichkeit konnte heute nur in kleinen Trupps mit den Hundeführern gearbeitet werden", erläuterte der Beamte die schwierige Suche nach dem Vermissten. Schon zu Beginn der Suche am Samstagabend wurden in jenem Gebiet die Lawine und eine Aufstiegsspur entdeckt. Eine Abfahrtsspur führte zwar in den 100 Meter breiten Lawinenkegel, allerdings nicht mehr heraus. Die Suche musste aufgrund der großen Lawinengefahr in der Nacht abgebrochen werden.

Am Samstag um 13.00 Uhr war der deutsche Urlauber mit seinen Tourenskiern von Hinterbichl ins Dorfertal in Richtung Johanneshütte aufgebrochen. Nachdem er nicht zurückgekehrt war, meldete ihn seine Lebensgefährtin gegen 20.00 Uhr als vermisst. Der 49-Jährige war ohne Lawinenpieps unterwegs gewesen. Insgesamt hatten sich bei dem Einsatz bis zu 40 Mann mehrerer Bergrettungen und der Alpinpolizei sowie fünf Suchhunde beteiligt.

Zwei tote Wintersportler auch in Vorarlberg
Auch in Vorarlberg sind am Sonntag zwei deutsche Wintersportler bei Lawinenabgängen ums Leben gekommen. Die beiden Todesopfer - zwei Männer im Alter von 22 bzw. etwa 40 Jahren - waren in Damüls (Bregenzerwald) und Riezlern (Kleinwalsertal) im freien Skiraum unterwegs gewesen. 

Bei dem Verunglückten in Damüls handelt es sich um einen 22-jährigen Snowboarder aus dem Raum Konstanz (Baden-Württemberg). Er war mit einem weiteren Snowboarder und einem Skifahrer im Bereich der Sesselbahn Hohe Wacht in einen gesperrten Hang eingefahren, als sich gegen 12.20 Uhr ein rund 220 Meter langes, 70 Meter breites und 1,70 Meter hohes Schneebrett löste, das den 22-Jährigen unter sich begrub.

Der zweite Snowboarder wurde von der Lawine teilverschüttet. Er konnte sich aber selbst befreien und fuhr in der Annahme weiter, sein Freund sei schon zur Talstation aufgebrochen. Erst dort erkannte der Mann den Ernst der Lage und alarmierte die Rettungskräfte. Bei der anschließenden Suche der Einsatzkräfte wurde der 22-Jährige von einem Lawinenhund entdeckt. Eine Stunde andauernde Reanimationsversuche blieben erfolglos. "Die Gruppe hatte keinerlei Erfahrung im freien Skigelände. Der 22-Jährige war nicht mit einem Lawinenpieps ausgerüstet", hieß es bei der Polizei.

Opfer hatte keinen Lawinenpieps bei sich
Das etwa 40 Jahre alte Todesopfer im Skigebiet der Fellhorn-Bahn im Kleinwalsertal war alleine im freien Skiraum unterwegs gewesen. Laut Auskunft der Polizeiinspektion Kleinwalsertal fuhr der Skifahrer aus dem Raum Kempten (Bayern) gegen 10.30 Uhr in den Hang ein und löste das Schneebrett selbst aus. Wegen der großen Lawinengefahr mussten zunächst Schneebretter aus dem Hang gesprengt werden, bevor sich die Retter auf die Suche nach dem Wintersportler machen konnten. "Es herrschte mit Sicherheit große Lawinengefahr der Stufe 4", hieß es bei der Polizei. Zur Identität des Mannes, der keinen Lawinenpieps bei sich hatte, machte die Polizei vorerst keine näheren Angaben, da zunächst die Angehörigen verständigt werden mussten.

Große Lawinengefahr der Stufe 4 herrschte am Sonntag auch in Lech am Arlberg, wo kurz vor 14.00 Uhr eine Lawine ab- und auf eine Skipiste im Mohnenfluh-Gebiet niederging. Nach Angaben von Michael Manhart, dem Geschäftsführer der Skilifte Lech, löste sich das Schneebrett von selbst. Die Lawine sei "sehr groß" gewesen, glücklicherweise wurde aber niemand verschüttet. Dass eine Lawine eine geöffnete Skipiste erreicht, bezeichnete Lechs Bürgermeister Ludwig Muxel als außergewöhnlich. "Noch am Sonntagvormittag haben wir dort zur Sicherheit Lawinen abgesprengt", erklärte er.

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