Glückliches Ende

Deutsche Geisel in Afghanistan befreit

Ausland
07.08.2008 13:02
Der vor knapp zwei Wochen in Kabul von einer kriminellen Bande entführte Deutsch-Afghane ist wieder frei. Der afghanische Geheimdienst befreite den Mann nach eigenen Angaben am Donnerstag in der Früh bei einem Kommando-Einsatz und nahm drei mutmaßliche Entführer fest. Die Geiselnehmer sollen drei Millionen Dollar (1,94 Milliarden Euro) Lösegeld gefordert haben. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte, dass der deutsch-afghanische Staatsangehörige in Freiheit sei. Derzeit befinde er sich in der Obhut der afghanischen Behörden, es gehe ihm den Umständen entsprechend gut.

"Wir haben gestern Informationen erhalten, dass der Entführte sich in einer Gegend außerhalb Kabuls aufhält", sagte der stellvertretende Geheimdienstchef Abdullah Laghmani am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Kabul. Daraufhin habe ein Geheimdienst-Kommando ihn gegen 04.00 Uhr früh Ortszeit befreit.

Der Sprecher des afghanischen Geheimdienstes NDS, Sayed Ansari, sagte in Kabul, der Mann sei im Distrikt Bagram nördlich von Kabul befreit worden. Den Angaben zufolge wurde der Deutsch-Afghane, der unter dem Namen Asisullah vorgestellt wurde, vor 13 Tagen am Eingang eines Saal für Hochzeitsfeiern entführt, den er betreibt. Laghmani forderte die Justiz auf, die drei festgenommenen mutmaßlichen Entführer zu hängen, um ein abschreckendes Beispiel im Kampf gegen die Kriminalität zu setzen.

Entführer drohten, Geisel Hand und Ohr abzuschneiden
Nach Angaben des Außenministeriums in Berlin haben deutsche Botschaftsvertreter bereits ersten Kontakt mit der befreiten Geisel aufgenommen. Asisullah sagte auf der Pressekonferenz in Kabul, seine Entführer hätten drei Millionen Dollar Lösegeld für seine Freilassung gefordert und damit gedroht, ihm eine Hand und ein Ohr abzuschneiden, wenn nicht gezahlt würde. Außerdem hätten die Entführer regelmäßig das Versteck gewechselt. "Die meiste Zeit waren meine Augen verbunden. Einmal musste ich mit gefesselten Händen und Füßen auch eine Mauer überqueren", sagte er weiter.

"Werde ganz sicher in Afghanistan bleiben"
Asisullah war 2003 nach Afghanistan zurückgekehrt, um im Familienbetrieb mitzuarbeiten. Er hat nicht vor, wieder nach Deutschland zu gehen. "Nach dem, was ich erlebt habe, habe ich umso mehr Vertrauen in unsere Sicherheitskräfte und werde ganz sicher in Afghanistan bleiben", sagte er.

Insgesamt sind rund 60 Afghanen mit deutschem Pass, die nach dem Sturz der Taliban zurück in ihr Geburtsland gingen, bei der deutschen Botschaft in Kabul registriert. Die deutsche Bundeswehr hat derzeit rund 3500 Soldaten im Rahmen der NATO-Schutztruppe ISAF in Afghanistan stationiert.

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