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27.11.2017 05:57

Ein Dutzend Opfer: Die 5 Rätsel im Pflegeskandal

Ein Dutzend Opfer, zwei geöffnete Gräber von verstorbenen Bewohnerinnen und fünf Pfleger unter furchtbarem Verdacht - nach dem von der "Krone" enthüllten Paukenschlag im Heimskandal von Kirchstetten in Niederösterreich laufen die Ermittlungen auf Hochtouren.

Rund um das dunkle Todesrätsel auf der Station St. Anna beantworten wir die fünf wichtigsten Fragen.

  • Wer brachte den Stein ins Rollen?
    Eine Pflegerin alarmierte im Oktober 2016 die Heimleitung. Ihr waren fünf Kollegen durch Sadismus auf der Station St. Anna aufgefallen.
  • Worum geht es bei den Vorwürfen?
    Die Staatsanwaltschaft St. Pölten und die Mordgruppe des Landeskriminalamts ermitteln wegen Foltermethoden und sexuellen Missbrauchs von wehrlosen Patientinnen. Hinzu kommt jetzt der Verdacht einer Medikamenten-Überdosierung. Im Visier stehen offenbar ärztlich verordnete Beruhigungsmittel.
  • Warum wurden zwei Gräber von verstorbenen Heimbewohnerinnen geöffnet?
    Durch die Leichen-Exhumierung und ein toxikologisches Gutachten hofft die Justiz auf Rückschlüsse zur Todesursache. In beiden Fällen sei es bei Nachtdiensten der Verdächtigen zum überraschenden Tod gekommen.
  • Was ist über die Pflegekräfte - vier Frauen und ein Mann - bekannt?
    Die Heim-Dokumente sind erschütternd. Patienten sollen in dampfend heißem oder eiskaltem Wasser gebadet, betagte Frauen für ein Foto mit einem Pfleger nackt ausgezogen worden sein. Im Handy-Nachrichtendienst WhatsApp bezeichneten sie sich als "Blauensteiner" und "Lainz-Schwester Waltraud".
  • Wie viele Fälle gibt es?
    Die Rede ist von einem Dutzend Opfern. Am Sonntag meldete sich Alfred H. aus Wien und berichtete über den Fall seines Großvaters (74). Dieser war schwer dement in Kirchstetten: "Mein Opa wurde auf der Sterbestation abgelegt. Ich überlege mittlerweile eine Klage."
  • Am Sonntag wurde auch ein zweiter Pflegeskandal, diesmal in Oberösterreich, bekannt. Im Heim Hartheim wurde ein 69-jähriger Patient, der im Rollstuhl sitzt, beim Baden derart verbrüht, dass er im Spital starb. Jetzt wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

    Christoph Budin, Martina Prewein, Josef Poyer, Johann Haginger, Kronen Zeitung

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