Mo, 18. Dezember 2017

Erfindung aus Japan

26.11.2017 15:17

Intelligentes Insulin-Gel könnte Spritze ersetzen

Japanische Wissenschaftler haben ein intelligentes Gel entwickelt, das Diabetikern möglicherweise schon bald Erleichterung bringen könnte. Das Insulin-Gel, das in einem Röhrchen unter die Haut eingeführt wird, ändert bei einem Anstieg der Blutzuckerwerte seine Eigenschaft und setzt bei Bedarf über winzige Katheder das Hormon Insulin frei. Erste Tests an zuckerkranken Labormäusen seien bereits vielversprechend verlaufen, so die Forscher.

Das von einem Team um Akira Matsumoto von der Medical and Dental University in Tokio entwickelte Gel verändert je nach Glukose-Konzentration im Blut seine Eigenschaften. Steigt der Blutzuckerwert, wird es durchlässig und setzt durch einen kleinen Katheder Insulin frei. Ist zu wenig Glukose im Blut (man spricht von Unterzuckerung, Anm.), bildet es eine hautähnliche Schicht, wodurch die Abgabe von Insulin gestoppt wird.

Versuche mit Mäusen vielversprechend
Erst Versuche mit zuckerkranken Labormäusen hätten gezeigt, dass das Insulin-Gel zuverlässig funktioniere, berichten die japanischen Wissenschaftler. Bei den Nagern habe es den Blutzuckerspiegel über einen Zeitraum von mehreren Wochen erfolgreich und wohldosiert kontrolliert. Sollten sich die Ergebnisse auch bei klinischen Tests am Menschen bestätigen, biete das neuartige Gel, das quasi Sensor und Injektor in einem sei, eine Alternative zur herkömmlichen Spritze. "Unser Gel ist benutzerfreundlich und kostengünstig", schreiben die Forscher im Fachblatt "Science Advances".

600.000 Diabetes-Kranke in Österreich
Weltweit sind etwa 415 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt. Auch in Österreich ist "Zucker" eine sehr häufige chronische Erkrankung, die Schäden an diversen Organen verursacht und sich negativ auf das Immunsystem auswirkt. Rund 600.000 Menschen leiden hierzulande an Diabetes und sie alle haben eine rund dreimal so hohe Wahrscheinlichkeit, an einer Lungenentzündung zu erkranken, wie gleichaltrige gesunde Menschen.

Wilhelm Eder
Redakteur
Wilhelm Eder
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