Sa, 18. November 2017

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21.10.2017 15:22

Strache bei Kurz: „Wir sind bereit - natürlich“

ÖVP-Chef Sebastian Kurz hat mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache bei einem ersten formellen Gespräch am Samstagnachmittag ausgelotet, inwieweit eine Bereitschaft zur Zusammenarbeit besteht und wo es inhaltliche Überschneidungen geben könnte. Dass damit Türkis-Blau schon auf Schiene sei, wollte Kurz so freilich nicht verstanden wissen. Strache sagte schon im Vorfeld: "Wir sind bereit - natürlich."

Nach dem Gespräch zeigten sich Kurz und Strache durchaus voneinander angetan. Man habe ein "äußerst positives und gutes Gespräch" geführt, so Kurz. Strache war "guter Dinge", zu Koalitionsverhandlungen eingeladen zu werden.

Strache vertrete eine Partei, die am Wahltag ebenfalls "deutlich gestärkt" worden sei, erinnerte Kurz nach der gut einstündigen Unterredung im ÖVP-Klub am Wiener Heldenplatz. Man habe weniger über die Vergangenheit und den Wahlkampf gesprochen, als vielmehr "den Blick in die Zukunft gerichtet". Konkret sei es darum gegangen, "ob es die Möglichkeit zu einer Zusammenarbeit gibt", erklärte Kurz. Auch Inhalte seien Thema gewesen. Er habe jedenfalls das "sehr starke Gefühl", dass bei der FPÖ Veränderungs- und Gestaltungswille, aber auch "Verantwortungsbewusstsein" herrsche, streute Kurz dem blauen Parteichef Rosen. Man habe vereinbart, dass die Gespräche fortgeführt werden.

Am Sonntag ist Kern dran
Als Wunschpartner wollte Kurz die Freiheitlichen am Samstagnachmittag dennoch nicht bezeichnen: Auf eine entsprechende Frage verwies er darauf, dass er am Sonntagabend noch ein formelles Gespräch mit SPÖ-Chef Christian Kern führen werde. Das Verhältnis der beiden gilt gelinde gesagt als kühl. Ob er sich mit Kern als Parteichef überhaupt eine Zusammenarbeit vorstellen könne, wollte Kurz nicht beantworten. Man habe "natürlich" nach der Wahl Kontakt miteinander gehabt, aber um zu sagen, wie das Verhältnis tatsächlich sei, wolle er das formelle Gespräch abwarten.

Strache war nach dem Treffen mit Kurz jedenfalls "guter Dinge, dass wir vielleicht kommende Woche zu Verhandlungsgesprächen eingeladen werden". Es sei ein "sehr, sehr gutes atmosphärisches Gespräch" gewesen. Er habe insgesamt den Eindruck, dass beide Seiten ernsthaft an der "notwendigen und gewünschten Veränderung" interessiert seien, so Strache. Dass sich die FPÖ allzu billig hergeben würde, ist nicht zu erwarten, wie der Parteichef klarstellte: Es würden sicher "keine leichten Gespräche". Es gebe zwar mit der ÖVP inhaltliche Überschneidungen, aber auch Unterschiede und "da und dort auch rote Linien".

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