Sa, 25. November 2017

Viele „Köche“

16.10.2017 21:59

5 verschiedene Resultate: Zahlenchaos nach Wahl!

Der Wahlsonntag ist Geschichte, die Wahlurnen sind geleert, die Stimmzettel - ohne Wahlkarten - wurden ausgezählt. Und doch herrscht totales Chaos und Verwirrung. Denn am Montag kursierten nicht weniger als fünf (!) verschiedene Resultate. Wie kann das sein?

Der Wunsch, immer früher und schneller Wahlergebnisse zu präsentieren, treibt mittlerweile immer wildere Blüten. Waren es in den vergangenen Jahren stets die beiden Platzhirsche SORA und ARGE Wahlen, die in puncto Wahlanalyse den Takt vorgaben, wurden bei dieser Nationalratswahl noch zwei weitere Resultate-Suppen gekocht. Sowohl ServusTV als auch der Sender ATV präsentierten eigene, abweichende Hochrechnungen.

Die fünf Resultate im Detail:

SPÖ FPÖ ÖVP Grüne NEOS Pilz
SORA * 26,9 26,0 31,6 3,9 5,1 4,3
ARGE * 26,7 26,2 31,7 3,7 5,2 4,3
ServusTV * 26,6 26,3 31,6 3,7 5,4 4,6
ATV * 26,8 26,3 31,3 3,7 5,3 4,4
BMI (keine Schätzung) 26,9 26,0 31,5 3,8 5,3 4,4

*) Hochrechnungen mit Wahlkartenschätzung

Absolute Zahlen nur vom BMI
Hinzu kommt noch jenes Ergebnis, das sich als einziges nicht auf Spekulation und Wahrscheinlichkeit stützt: Das ist jenes, das von Innenminister Wolfgang Sobotka - allerdings erst am Ende des Wahlabends - verlesen wurde. Diese Zahlen repräsentieren die tatsächlich bereits fertig ausgezählten Stimmen der Österreicher, die am Wahlsonntag abgegeben wurden. Der Nachteil: Die fast 900.000 Wahlkarten sind darin nicht berücksichtigt. Ebendiese werden nämlich erst am Montag bzw. Donnerstag fertig ausgezählt. Das BMI aktualisiert die Zahlen bis dahin in einer Übersicht laufend.

Das Ergebnis der Briefwahlkarten wird in der Nacht auf Dienstag bekannt gegeben, wie das Innenministerium am Montagabend mitteilte.

Video: Innenminister Sobotoka verkündet das vorläufige Endergebnis

Mathematische Formeln interpretieren Wahlverhalten
Doch wie kann es sein, dass die Wahlexperten bei den Hochrechnungen auf unterschiedliche Werte kommen? Zwar werden deren hoch komplexe Rechenmaschinen im Grunde mit denselben (Teil-)Ergebnissen gefüttert. Die Art der Interpretation unterscheidet sich allerdings geringfügig.

Erwiesenermaßen verteilen sich etwa die Stimmen von Land- und Stadtbevölkerung unterschiedlich stark auf die verschiedenen Parteien. Ebenso unterscheiden sich die Wahlkartenwähler in ihrer politischen Ausrichtung von jenen, die persönlich zu den Urnen pilgern usw. Solche Informationen werden von den Experten in mathematische Formeln übersetzt und fließen dann in die Berechnungen mit ein.

Da aber jedes Wahlforschungsinstitut die Variablen unterschiedlich bewertet, führt das automatisch zu abweichenden Hochrechnungen. Kurz gesagt: Es handelt sich bei jeder Hochrechnung um eine Schätzung, die - wenngleich hoch wissenschaftlich ausgeführt - eben immer eine gewisse Ungenauigkeit beinhaltet.

Klarheit erst am Donnerstag
Prognose hin, Schätzung her: Finale Klarheit über das Wahlergebnis kann es eben erst gegen, wenn auch alle Wahlkarten und Briefwahlstimmen fertig ausgezählt sind. Dieses amtlich bestätigte Endergebnis wird am Donnerstag vom Innenminister präsentiert.

Friedrich Schneeberger
Redakteur
Friedrich Schneeberger
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