Fr, 20. April 2018

Fast fertig!

07.04.2018 13:24

Flugzeug-Gigant Airbus Beluga XL startet im Sommer

Passagierflugzeuge kommen aus einer komplexen Fertigungsmaschinerie. Bei Airbus werden die Einzelteile in Fabriken auf der ganzen Welt produziert und zur Endmontage nach Deutschland, Frankreich oder China gebracht. Aber wie befördert man solch riesige Flugzeugteile? In einem Hangar im französischen Toulouse baut Airbus gerade eine zeitgemäße Antwort auf diese Frage zusammen: das Mega-Transportflugzeug Beluga XL, das im Sommer erstmals abheben wird.

Mehr als 60 Meter Flügelspannweite, 53 Tonnen Nutzlast und bis zu 4000 Kilometer Reichweite: Der neue Mega-Transporter von Airbus hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich. Im aufgeblähten Rumpf des Riesenjets gibt es so viel Stauraum, dass der Beluga XL ganze Flugzeugtragflächen und andere sperrige Teile transportieren kann. Seit 2016 wird an dem Riesen gebaut, im Sommer ist der Erstflug geplant, seit Freitag hat er Triebwerke.

Gute Auftragslage erfordert neue Transporter
Notwendig wurde der neue Megatransporter durch eine starke Auftragslage bei Airbus - und durch die Kapazitätsgrenzen seiner Vorgänger. Airbus besitzt bereits eine Flotte aus fünf Beluga-Transportjets mit je rund 45 Metern Spannweite, die seit 1995 Teile von Werk zu Werk transportieren. Doch sie reichen nicht mehr aus - einerseits, weil Airbus immer größere Flugzeuge wie den riesigen A380 oder den neuen Langstreckenflieger A350 baut, andererseits wegen der steigenden Nachfrage.

Iain Gray, Luftfahrtexperte an der britischen Cranfield University, erklärt im Gespräch mit der BBC: „Airbus war ein Pionier darin, hochspezialisierte Fertigungszentren in ganz Europa - mittlerweile auf der ganzen Welt - zu unterhalten.“ Ein äußerst erfolgreiches Fertigungsmodell, das sich mittlerweile auch der US-Rivale Boeing abgeschaut hat. Allerdings auch eines, das davon abhängt, die Einzelteile von Werk zu Werk transportieren zu können. Bei Airbus stemmt diese Aufgabe momentan noch der Beluga, ab nächstem Jahr soll ihn der Beluga XL unterstützen.

Boeing hat bereits eigenen Riesentransporter
Mit ihm will Airbus auch zum US-Rivalen Boeing aufschließen. Produzierte der einst vor allem in den USA, hat man heute Zulieferer in Italien und Japan, deren Flugzeugteile zur Montage in den US-Bundesstaat Washington geflogen werden müssen. Mit dem Dreamlifter hat Boeing seit 2007 einen Transporter für diese Aufgabe. Momentan existieren vier Stück der am Jumbojet 747 basierenden Transportmaschine. Mit über 60 Metern Spannweite ist sie ähnlich groß wie der Beluga XL, an dem Airbus in Toulouse arbeitet.

Für Beluga XL wie Boeing Dreamlifter gilt: Die Transporter werden so groß konstruiert, wie es für den Transport der Teile nötig ist, ein Wettrüsten bei der Flugzeuggröße findet nicht statt. Hier müssten sowohl Airbus als auch Boeing noch nachlegen, um mit dem weltgrößten Transportflugzeug mithalten zu können.

Weltgrößter Transporter kommt aus Kiew
Diesen Titel hält seit den späten Achtzigerjahren die Antonow An-225 mit fast 90 Metern Spannweite und bis zu 250 Tonnen Nutzlast. Die Maschine aus Kiew, von der nur mehr ein flugfähiges Exemplar existiert, wurde eigentlich für den Transport einer sowjetischen Raumfähre konstruiert. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion fand das Monstrum mit sechs Triebwerken Verwendung als Jet für Spezialtransporte. Ihr bisher schwerstes Frachtstück: ein 190 Tonnen schwerer Generator für ein Gaskraftwerk, den sie 2009 von Frankfurt nach Armenien transportierte.

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