Mi, 25. April 2018

Warnung vor Ost-Banden

20.03.2018 07:18

Organisierter Betrug mit Sozialhilfe nimmt zu

Der erst vor wenigen Tagen bekannt gewordene jahrelange Sozialbetrug einer Großfamilie in Deutschland dürfte bei Weitem kein Einzelfall sein. Wie aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit belegen, nimmt der organisierte Leistungsmissbrauch zu. Neben „kleineren Fischen“, die Nebeneinkünfte und Vermögen verschweigen und dadurch zu Unrecht Hartz IV kassieren, spielen hier vor allem Banden aus Bulgarien und Rumänien eine große Rolle. Sie verursachen damit mehrere Millionen Euro Schaden. Im Vorjahr wurden 148.524 Straf- und Bußgeldverfahren wegen Hartz-IV-Betrugs eingeleitet.

In deutschen Medien ist schon von einer „Hartz-IV-Mafia“ die Rede, die gezielt Menschen aus den genannten osteuropäischen Ländern anlockt, um sie zum Schein einzustellen und wenig später wieder zu entlassen. Nach der Kündigung haben diese Menschen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Wie bild.de berichtet, streifen die Banden den Großteil dieser Gelder selbst ein, da die Betroffenen zumeist wieder in ihre Heimatländer gebracht wurden.

Ein-Mann-Betriebe gegründet und wenig später aufgelöst
Eine weitere Betrugsmethode sei das Gründen von Ein-Mann-Betrieben. Mittels fingierter Rechnungen werde Geschäftstätigkeit suggeriert. Sobald diese Ich-AGs den Betrieb wieder einstellen, haben die Gründer natürlich ebenfalls Anrecht auf Arbeitslosengeld.

Der Bundesagentur seien auch zahlreiche Fälle von sogenannten Geister-Hartzern aufgefallen. Dabei handle es sich um Gastarbeiter, die mit ihren Familien per Bus kurz nach Deutschland gebracht würden und deren Schein-Arbeitsverträge wenig später gekündigt würden. Nach einem Antrag auf Hartz IV werden die „Arbeitslosen“ wieder in ihre Heimat gebracht. Die Sozialhilfe kassieren anschließend die Betrügerbanden.

„Ausgeklügelte Logistik“
bild.de zitiert aus einem internen Bericht der Bundesagentur für Arbeit: „Mithilfe einer ausgeklügelten Logistik wird sichergestellt, dass die Leistungsbezieher bei Einladungen des Jobcenters rechtzeitig wieder einreisen und pünktlich zu den Terminen erscheinen.“

 krone.at
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