Beim ORF ist eines gewiss: Skandal folgt auf Skandal. Kaum ist eine Debatte vorbei, startet die nächste – diesmal rund um den ehemaligen Generaldirektor und dessen angebliche sexuellen Belästigungen (es gilt die Unschuldsvermutung). Ob die Vorwürfe zutreffen, bleibt abzuwarten. Was jedoch auffällt: Im ORF wird aus jedem Problem im Handumdrehen ein Machtkampf. Der Stiftungsrat besteht aus politisch eindeutig positionierten Vertretern – jede Krise wird sofort durch die politische Brille interpretiert. Während draußen der Medienmarkt im Rekordtempo umgekrempelt wird, dreht sich Österreichs größter Sender weiter vor allem um sich selbst. Für die Gebührenzahler hat das immerhin einen bitteren Unterhaltungswert: Das Drama spielt längst nicht mehr nur auf den Bildschirmen, sondern in jedem Flur, jedem Büro – und jeder politischen Debatte im ORF.
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