Das freie Wort

Volksabstimmung über tatsächliche Probleme

Ich bin prinzipiell sehr für die direkte Demokratie, besonders wenn sich innerhalb einer Koalition Parteien gegenseitig blockieren. Aber eine Volksbefragung allein über eine Verlängerung des Wehrdienstes finde ich unzureichend. Wie wäre es, eine Volksbefragung durchzuführen, ob jeder junge Staatsbürger, egal ob Männlein oder Weiblein, ein Jahr lang zum Wohle der Gesellschaft Dienst entweder in Form eines Zivildienstes in Kranken- und Pflegeeinrichtungen, beim Roten Kreuz usw. oder bei entsprechender Tauglichkeit in Form des Militärdienstes beim Bundesheer verrichten muss? Was wäre das für eine Entlastung für die leidgeprüften Pflegekräfte, wenn alle einfachen Tätigkeiten durch genügend Jungbürger mit einer Grundausbildung im Pflegebereich abgenommen werden könnten. Studien zeigen auch, dass sich junge Menschen, die mal für kurze Zeit im Pflegebereich hineingeschnuppert haben, sich auch vermehrt für einen späteren Beruf im Pflegebereich entscheiden. Somit wäre der Pflegenotstand gelöst. Als Gegenleistung zahlt der Staat für den geleisteten Dienst in ein persönliches Bildungskonto ein. Diesen Betrag kann man ein Leben lang für Aus- und Weiterbildungen oder z. B. für ein Studium verwenden. Ausländische Staatsbürger, die bei uns studieren wollen, können sich entscheiden. Entweder machen sie bei uns auch ein ziviles Jahr und sie bekommen dadurch auch ihr Bildungskonto aufgefüllt. Oder sie zahlen sich ihr Studium bei uns zu einem festgelegten Betrag selbst. Somit wäre auch das Problem mit den überfüllten Unis durch ausländische Studenten EU-konform entschärft.

Daniel Sporrer, Innsbruck

Erschienen am Di, 10.2.2026

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