Das freie Wort

Bewerbung für den UN-Sicherheitsrat

Der „Krone“-Salzburg-Chefredakteur Claus Pándi spricht in seiner Kolumne vom 05. 06. mit einer Klarheit, wie sie heute nur selten zu finden ist. Er hat mit seiner Kritik an Österreichs Bewerbung für den UN-Sicherheitsrat so etwas von Recht. Denn dieses Gremium ist seit jeher bekannt dafür, dass es mehr Schein als Sein verkörpert: zahnlos und machtlos, dafür aber mit einem unstillbaren Appetit auf Geld. In unserem Fall bedeutet dies Millionen, die wir in längst besseren Zeiten nicht übrig gehabt hätten. Und heute noch weniger entbehren können. Es mutet seltsam an, ja fast befremdlich, wenn verstaubte Polit-Pensionäre sich mit Nachdruck für diese Idee ins Zeug legen. Umso bedauerlicher, wenn unsere Außenministerin sich in einer Mischung aus Überschwang und Selbstüberschätzung in diese Träumereien hineinsteigert und darin noch bestärkt wird. Mein Appell an die Mitglieder der Bundesregierung ist von Nüchternheit getragen: Zieht bitte die Notbremse, bevor der Zug endgültig entgleist und Einzelne – wie Frau Meinl-Reisinger – ohne Sinn und Verstand in die Irre gehen und Österreich damit finanziellen Schaden zufügen. Eine Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat war niemals ein Garant für Fortschritt und Frieden, noch weniger in Zeiten wie diesen, in denen wir dringend Lösungen für die wahren Sorgen unseres Landes benötigen. Sie bringt uns kei-nen Schritt weiter – und verbraucht Kräfte und Mittel, die andernorts so viel wertvoller eingesetzt wären.

Mag. Hermann Winkler, Salzburg

Erschienen am Fr, 6.6.2025

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