Das freie Wort

Lauter Wahlkampf, erwartbares Ergebnis

Der Wien-Wahlkampf war wohltuend ruhig. Zu ruhig, wenn man sich vergegenwärtigt, vor welchen gewaltigen Herausforderungen die Stadt steht. Der Opposition ist es nicht gelungen, Ludwig in Bedrängnis zu bringen. Es gibt niemanden, der ihn auf der Sachebene herausfordert! Da wäre das völlig aus den Fugen geratene Budget samt unglaublichem Schuldenstand von 12 Mrd. Euro! Das Defizit 2026 soll 3,8 Mrd. betragen! Ludwig kontert, dass 2024 bereits eine halbe Milliarde eingespart wurde – erklärt aber nicht das explodierende Defizit 2026. Tatsächlich sank der Abgang von 2,2 auf 1,7 Mrd. Zurückzuführen ist das laut Hanke auf die gute Entwicklung der Kommunalgebühren in Wien, von Einsparungen redet er nicht, warum greift das die Opposition nicht auf? Die Einsparungen gehen gegen null, der Schuldenstand Wiens durch die Decke, der Ruf nach mehr Bundeszuschüssen löst keines der fundamentalen Probleme. Wo ist die Opposition mit Ideen? Auch die Diskussion um die Kosten der Migration verlief nur oberflächlich. Wenn Ludwig argumentiert, Wien würde mit 805 Euro je Monat nur um drei Euro mehr zahlen als der Bundesdurchschnitt, bedürfte das einer Aufklärung! In Wien erhält ein asylberechtigtes Ehepaar mit drei Kindern 4029,86 ¤, Sonderleistungen nicht mitgerechnet! Warum stellt das niemand in Relation zu den Einkommen im Heimatland. In Syrien erhält ein Beamter ca. 100 $ monatlich. Da ist doch klar, welchen Pull-Faktor die Alimentierung neuer Mitbürger auslöst! Leider wurde es bundesseitig, als die Familienbeihilfe erhöht und indexiert wurde, versäumt, zwischen einem Sockel und Zusatzleistungen zu unterscheiden. Den zweiten Teil hätte man für diverse Sanktionierungen verwenden können. Nämlich dann, wenn Eltern ihren Pflichten nicht nachkommen. Heute dürfen wir dem Treiben eines Teils des hoffnungsvollen Nachwuchses hilflos zusehen und uns die ewig gleichen, inhaltslosen Wortspenden der Politiker anhören. Unstrittig ist, dass gespart werden muss. Warum übernimmt Ludwig nicht die Initiative und spart die nicht amtsführenden Stadträte ein? Politiker werden für ein funktionsloses Amt bezahlt, da kann man nur den Kopf schütteln, ist aber symptomatisch für den Umgang der SPÖ mit Geld. Auch von der Opposition sind kaum Einsparungsvorschläge zu hören, es ist Konsens, dass Wien gut, aber teuer geführt wird. Da gäbe es einige Ideen, man müsste sich die Mühe einer tiefer gehenden Analyse der Unzulänglichkeiten machen. Ein Dauerbrenner ist auch die Stadtumfahrung. Es kann nicht so schwer sein, die „Seckier-i-di-Politik“ der Grünen aufzuzeigen. Wenn der TU-Experte den Tunnel als überflüssig erachtet, indem er argumentiert, in 20 Jahren würde der Individualverkehr um 20% abnehmen, so ist das in Anbetracht des täglichen Staus auf der meistbefahrenen Straße Österreichs eine Verhöhnung aller, die täglich zweimal im Stau stehen. Gewessler beauftragt ein Gutachten zum Gutachten um 460.000 Euro und erklärt, dass der Bau des Lobautunnels die schlechteste Variante wäre. Sie erklärt nicht, warum dem so sei. Und die Wiener Opposition? Die schweigt, und wir stauen weiter jeden Tag und produzieren sinnlose Kosten und ebensolche Abgase. Wien ist eine lebenswerte Stadt, dennoch böte sich genügend Verbesserungspotenzial, das niemand aufzeigt. Die Politik der leichten Hand des Geldausgebens wird sich nicht länger aufrechterhalten lassen. Die Oppositionsarbeit ist ungenügend, und es darf sich niemand wundern, wenn die nächsten Jahre vom „Weiter wie bisher“ geprägt sind.

Dr. Erich Gnad, Wien

Erschienen am Do, 24.4.2025

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Weitere Leserbriefe
1.2.2026Datum auswählen
Volksbefragung
Die ohnehin nicht sehr beliebte Regierung steht derzeit vor einem Dilemma: Eine Kommission hat befunden, dass der Wehrdienst in Österreich verlängert ...
Martin Gasser
Wehrdienst
Leider typisch für unsere Regierung. Statt Verantwortung zu übernehmen und zu sagen, wir verlängern auf 9 Monate, wählen sie den Umweg über die ...
Eduard Rauchberger
Volksabstimmung!
Wieder einmal ein Volksbegehren, welches nichts ist als ein sündteures Kasperltheater. Darum – Volksabstimmung: ja. Volksbegehren: nein.
Walter Pachner
„Nicht genügend“
Ich bin erschüttert, dass diese Bundesregierung mit Bundeskanzler Stocker eine Volksbefragung zur Verlängerung des Wehr- und Zivildienstes ...
OSR Dipl.-Päd. Jürgen R. Frank, Oberst aD
Quo vadis, Bundesregierung?
Von Verteidigungsministerin Tanner wurde vor gut einem halben Jahr eine aus hervorragenden Experten und Kennern der Materie eine Kommission bestellt, ...
Willibald Albel
Verantwortung sieht anders aus!
Es ist schon erstaunlich: Jahrelang hören wir von der Politik, sie trage Verantwortung, sie sei gewählt worden, um Entscheidungen zu treffen – und ...
Robert Reschreiter
Verantwortung tragen!
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, ich bin grundsätzlich ein absoluter Verfechter der direkten Demokratie. Dennoch kann ich Ihrem Vorstoß, das Volk ...
Ingo Fischer
Zukunft braucht Geschichte
Als Lateinlehrerin werde ich immer wieder mit der Frage konfrontiert: Warum eigentlich Latein? Und ja – auch ich kenne die seufzenden Blicke und das ...
Elisabeth Tauschitz, Lateinlehrerin
KI – Chance statt Feindbild
Viele schimpfen über künstliche Intelligenz, ohne sich je ernsthaft damit beschäftigt zu haben. Sie meiden neue Technologien, halten lieber an alten ...
Ing. Andreas Rafferseder
Latein und KI
Meiner Meinung nach ist Latein eine sehr wichtige Sprache. In der Naturkunde, in sämtlichen ärztlichen Sparten und sonstigen Teilbereichen ist sie ...
Walter Ulbricht
Gesunder Menschenverstand
US-Verteidigungsexperten gehen von mindestens 400.000 getöteten Soldaten im Ukraine-Krieg aus, wobei die Russen deutlich höhere Verluste zu beklagen ...
Marjan Pandel-Nittnaus
Zu Wiederkehrs Plänen
Die Grenzen meiner Sprache(n) bedeuten die Grenzen meiner Welt. Zu Bundesminister Wiederkehrs Absicht, Latein und andere Sprachen zu reduzieren: Als ...
Mag. Pina De Nicolò, Humanistische Gesellschaft Kärnten
Nicht durchdacht!
„Medien und Demokratie“ als neues Schulfach zulasten von Latein-Stunden, das ist nicht durchdacht. Allein diese Bezeichnung enthält drei Worte ...
Dr. Erich Pitak
Ungebremst gegen die Wand
Laut Statistik Austria sind die heimischen Gesundheitsausgaben im Jahr 2024 um 4,4 Mrd. auf 57,8 Mrd. gestiegen. Das ist im Vergleich zu 2023 eine ...
Dr. Wolfgang Geppert

Voriger Tag
1.2.2026Datum auswählen
Nächster Tag
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt