Viele Jahre wähnte sich Europa im Allzeitfrieden, und in allen Staaten wurden die Armeen klein gehalten. Die Rüstungsindustrie schrumpfte, Beschaffungsvorgänge wurden aufgeschoben und die Wehrpflicht nahezu überall ausgesetzt. Europa ist aktuell nicht in der Lage, selbstständig für die eigene Sicherheit zu sorgen. Ohne den Schutzschirm der Vereinigten Staaten oder der NATO wäre Europa für einen stärkeren Aggressor ein leichtes Opfer. Die wahlkampfmotivierte Ansage von Donald Trump, die USA würden säumige NATO-Mitglieder nicht verteidigen, lässt Schlimmes erahnen. Er würde Russland sogar ermutigen, das zu tun, was dieses in seinem Expansionsdrang für nötig erachte, so Trump. Die Politik reagiert mit Entsetzen und investiert in ihre Armeen. Viele Milliarden Euro werden bereitgestellt, um nachzuholen, was jahrelang sträflich vernachlässigt wurde. Sicherheitsexperten und Militärs sind sich einig: Um Europa verteidigungsfähig zu machen, sind mindestens ein Jahrzehnt und Hunderte Milliarden Euro notwendig. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob die Europäer bereit sind, mit der Waffe in der Hand zu kämpfen. In Österreich wäre das, so eine Meinungsumfrage, nur rund ein Drittel der Bürger. Auch besteht in jeder nationalen Armee Europas eklatanter Personalmangel, der Nachwuchs an jungen Soldaten hält sich in Grenzen. Bestehende Milizsysteme sind personell ausgedünnt und wurden, bedingt durch fehlende Milizübungen, nie zu eingespielten Kampfgemeinschaften geformt. Die schwache Wehrfähigkeit Europas, der Expansionsdrang Wladimir Putins und die Unberechenbarkeit eines möglichen Präsidenten Donald Trump lassen ein weiteres Zögern und Zaudern nicht zu. Europa muss so rasch wie möglich eigenständig verteidigungsbereit werden. Ein Umdenken ist dringend erforderlich, die friedlichen und stabilen Jahrzehnte scheinen vorbei zu sein.
Franz Peer, Linz
Erschienen am Di, 20.2.2024
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