Wenn für große Skirennen dringend Pisten zu treten sind, wird gerne nach dem Bundesheer gerufen. Bei Überschwemmungen und sonstigen Naturkatastrophen ist das Bundesheer mit seiner ausgezeichneten Expertise und verhältnismäßig großen Mannstärke sehr gefragt. Und wenn in der Nachbarschaft wieder einmal eine Krise ausbricht (siehe Jugoslawien-Krise 1991), hätte jeder Bauer am liebsten einen eigenen Panzer am Hof stehen. Wenn es aber gilt, das Bundesheer ausreichend zu dotieren, damit es seinen Aufgaben nachkommen kann, sind die jeweiligen Finanzminister in verantwortungsloser Weise sehr zugeknöpft. Wenn es angebracht wäre, gegenüber einem möglichen Aggressor Entschlossenheit zu demonstrieren (siehe Tschechen-Krise 1968 und Jugoslawien-Krise 1991), dann haben dieselben Politiker, die in Sonntagsreden die Notwendigkeit des Bundesheeres betonen, plötzlich die Hosen voll und wollen „bloß nicht provozieren“. Wenn ein Bundeskanzler, den ich übrigens nicht gewählt habe, eine Offiziersausbildung hat und wenn in einer von der Regierung eingesetzten Kommission ein Generalmajor im Kampfanzug – letztlich seine Arbeitskleidung – auftritt, dann faseln manche von einer „Militärdiktatur“. In der zu Recht oft als Vorbild herangezogenen Schweiz ist es ungeschriebenes Gesetz, dass führende Manager und auch viele Politiker eine Offiziersausbildung haben. Darauf sind die meisten Schweizer stolz, und dort ist keine Rede von einer Militärdiktatur. Bei aller Heimatliebe muss leider festgestellt werden, dass im Zusammenhang mit unserer bewaffneten Macht die opportunistische Einstellung vieler Österreicher ihr unsympathisches Gesicht zeigt.
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