20.12.2007 12:44 |

Weniger im Börsel

Minus drei Prozent Umsatz im Weihnachtsgeschäft

Heuer ist das Christkind sparsamer als in den vergangenen Jahren. In den ersten 15 Einkaufstagen im Dezember hat der heimische Einzelhandel drei Prozent weniger Umsatz im Weihnachtsgeschäft gemacht als im Vorjahr. Die Geschäftsleute hoffen aber an den letzten Tagen vor dem Heiligen Abend auf einen „Sprint in Richtung schwarze Null“.

Die Tage vor dem 24. Dezember seien für den Handel die umsatzstärkste Zeit, räumte Peter Voithofer von der KMU Forschung Austria ein. Der Anteil der so genannten Late Buyer, die den Großteil der Weihnachtsgeschenke erst kurz vor Weihnachten kaufen, sei mit 36 Prozent hoch. Für Jubelmeldungen sei es zu früh, „ aber Katastrophenmeldungen wären auch überzogen“, betonte er. „Wir werden auf die Null-Linie kommen und einen geringfügigen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr erreichen“, waren sich Lemler und Voithofer einig.

Zuletzt gab es vor vier Jahren in der Zwischenbilanz ein Minus im Weihnachtsgeschäft in ähnlicher Höhe. 2006 lag man zwar auch zurück, aber „nur“ um ein Prozent, sagte Voithofer. Abgeschlossen wurde das Weihnachtsgeschäft im Vorjahr mit einem Plus von zwei Prozent, was zeige, dass immer mehr kurz vor dem Fest gekauft werde. 2006 lag der Einzelhandelsumsatz im Weihnachtsgeschäft bei 1,43 Milliarden Euro.

Weniger Geld im Börsel
Den Grund für die Kaufzurückhaltung im heurigen Weihnachtsgeschäft sieht Lemler darin, dass die Österreicher aufgrund der ständigen Berichte über Preiserhöhungen eher sparen, „weil sie weniger Geld im Börsel haben“. Der Handelsobmann formulierte daher einen „Wunschzettel an den Finanzminister“ und sprach sich für eine Steuerreform – „je früher desto besser“ - zur Entlastung der Masseneinkommen und zur Steigerung der Realeinkommen aus.

Wie die KMU-Umfrage unter 350 Einzelhandelsgeschäften zeigt, gibt es eine starke Polarisierung sowohl innerhalb der Branchen mit Umsatzzuwächsen im bisherigen Weihnachtsgeschäft, als auch innerhalb der modischen Branchen, die bisher mit Umsatzrückgängen konfrontiert waren, analysierte Voithofer, stellvertretender Direktor der mit der Erhebung betrauten KMU Forschung Austria.

Sportartikelhandel mit Verkaufsplus
Mit einem Umsatzplus von jeweils 5 Prozent führen der Sportartikelhandel sowie Drogerien und Parfümerien das Ranking an, wobei der Sportartikelhandel von einem niedrigen Niveau ausgeht. Dieser hat wegen des schneearmen Dezember im Vorjahr ein Minus von 12 Prozent verbucht. Trotz Plus liege der heurige Umsatz aber unter dem Niveau von 2005. Alle anderen Bereiche bilanzieren bis dato noch im Vergleich zum Vorjahr mit einem Minus.

Auch kalendermäßig ist das Weihnachtsgeschäft 2007 für den Einzelhandel schwierig, da der 8. Dezember auf einen Samstag fiel. Das Umsatzniveau an diesem Tag liege zwar deutlich über dem eines „normalen“ Wochentages, erreichte allerdings nicht jenes eines (zweiten) Adventsamstages, so Voithofer.

Trends bestätigt
Bei den Produktgruppen setzten sich großteils die schon im Vorjahr erkennbaren Trends fort: Im Elektrohandel fanden LCD-Fernseher bisher einen besonders guten Absatz. Im Uhren- und Schmuckhandel ging der Trend weiterhin zu Silber- und Stahlschmuck. Im Spielwarenhandel waren Nintendo und Lego besonders gefragt. In den modischen Branchen fanden aufgrund der für die Jahreszeit zu warmen Witterung Pullover und Stiefel einen besseren Absatz als Jacken, Mäntel und Winterschuhe.

Insgesamt werden die Österreicher heuer etwa 48 Millionen Weihnachtsgeschenke an Familie und Freunde verteilen, wobei Gutscheine - nach Büchern und Bekleidung - das dritthäufigste Weihnachtsgeschenk darstellen. Im Schnitt kauft jeder acht Geschenke. Ein Fünftel der Österreicher macht sich auch selbst ein Weihnachtsgeschenk.

Foto: Reinhard Holl

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