Im Prinzip haben alle, die wir unseren IQ (Intelligenzquotienten) vorsorglich lieber nicht haben testen lassen, es stets gewusst: Auch Intelligenz hilft einem oft nicht weiter. Ein Dankeschön an die Lernforscherin Elsbeth Stern, die uns diese Erkenntnis in einer Studie der Universität Graz bestätigt.
"Wissen schlägt Intelligenz", sagt sie.Anders ausgedrückt: Mit Erfahrung und Vorwissen lässtsich eine Hand voll IQ-Punkte locker wettmachen.
Mit einem zugegebenermaßen simplen Experimenthat die Wissenschaftlerin des Berliner Max-Planck-Instituts diesgetestet. Sie ließ "31 berufserfahrene Taxifahrer" - aufgeteiltin eine intellektuell stärkere und eine schwächere Gruppe- unter Zeitdruck nach bestimmten Straßennamen einer Routesuchen. Dabei wurde deren Gehirnaktivität gemessen. Das Ergebnis:Die weniger intelligenten Fahrer mussten ihre Hirnzellen nichtstärker beanspruchen - ein Widerspruch zu früheren Untersuchungen.
Hoher IQ kann auch hinderlich sein Intelligenz taugt also nur begrenzt zur Erklärungvon Leistungsunterschieden. Ist ein hoher IQ mit Werten überdem Durchschnitt (90 bis 110) vielleicht in manchen Lebenslageneher hinderlich? Wäre dem Genie Goethe, dem ein sagenhafterWert von 185 nachgesagt wird, möglicherweise manche Torheitmit Liebschaften erspart geblieben, wenn er weniger Hirnkraft,aber mehr Einsichtsvermögen und Anstand besessen hätte?Und wie schnell hätte Albert Einstein (geschätzte 172)die Straßennamen gefunden, die den Grazer Taxifahrern vorgelegtwurden?
Tagesform beeinflusst Intelligenz Auch die Tagesform beeinflusst unsere Intelligenz.Wer zu wenig schläft oder nicht genug trinkt, belastet damitsein Denkvermögen. Während uns das Kauen von Kaugummiklüger macht, wie Forscher der Uni Erlangen herausgefundenhaben. Denn dank der mahlenden Kieferbewegung strömt mehrSauerstoff ins Hirn.
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