Sa, 23. Juni 2018

Pkw rast in Zug

30.10.2007 13:52

Zwei Tote bei Crash im Waldviertel

Erneut Unfalldrama auf einem unbeschrankten Bahnübergang: Auf dem Heimweg von einem Verwandtenbesuch wurde Montagabend das Auto zweier Pensionisten bei Pernegg (Niederösterreich) von einem Zug gerammt und rund fünfhundert Meter weit mitgeschleift. Die beiden Pkw-Insassen wurden im Wrack eingeklemmt - sie waren auf der Stelle tot.

Es war ein gemütlicher Nachmittag bei ihrer Familie gewesen: Anna G. hatte gemeinsam mit ihrem Bekannten Heinrich E. ihren Sohn und die Enkelkinder in Pernegg besucht. Gegen 18.30 Uhr machten sich die beiden Pensionisten auf den Heimweg. Schon nach wenigen Minuten Autofahrt passierte das Unglück.

Heinrich E. dürfte am Steuer seines Skoda Fabia bei starkem Nebel den herannahenden Zug beim Bahnübergang Ludweishofen übersehen haben. Das Auto wurde mit voller Wucht vom Triebwagen erfasst und rund fünfhundert Meter weit mitgeschleift. "Die beiden Insassen hatten überhaupt keine Chance", so ein Polizist, der als einer der ersten am Unfallort war. Die Pensionisten wurden im Wrack eingeklemmt, für sie kam jede Hilfe zu spät.

Der unbeschrankte Bahnübergang ist mit einer Lichtanlage gesichert. Diese sei zum Unglückszeitpunkt "voll tauglich" gewesen, heißt es von den ÖBB. Der Lokführer hatte zwar noch eine Notbremsung eingeleitet, doch das Manöver kam zu spät. Die Rettungskräfte waren stundenlang im Einsatz. "Es ist ein Glück, dass der Regionalzug nicht entgleist ist", sagt LEBIG-Sprecher Stefan Spielbichler.

Schwarze Serie von Bahnübergang-Unfällen
Damit setzt sich die schwarze Serie von Unfällen an Bahnübergängen fort, denn dieser Zusammenstoß war das fünfte tödliche Unglück dieser Art in Niederösterreich seit 26. Juni. Insgesamt acht Personen kamen ums Leben.

26. Juni 2007
In Glinzendorf (Bezirk Gänserndorf) kollidieren ein Kleintransporter und ein Regionalzug. Der Bahnschranken war nach einem Blitzschlag defekt und nicht geschlossen. Zwei Menschen, ein 44 Jahre alter Mann und ein zweijähriges Mädchen, kommen ums Leben. Der Vater des Kindes und Lenker des Autos (57) wird schwer verletzt.

17. Juli 2007
Zusammenstoß zwischen einem Pkw und einer S-Bahn-Garnitur auf einem unbeschrankten Bahnübergang in Stockerau (Bezirk Korneuburg). Der Lenker des Autos (21) stirbt am folgenden Tag im Krankenhaus, seine ein Jahr jüngere Beifahrerin erleidet schwere Verletzungen.

24. Juli 2007
Zwei Tote, unter ihnen ein dreijähriger Bub, und ein verletztes Mädchen: Dies ist die Bilanz einer Karambolage auf einem unbeschrankten Bahnübergang in Wieselburg (Bezirk Scheibbs). Für eine 25-Jährige und ihren Sohn kam jede Hilfe zu spät, die Tochter überlebte den Unfall.

24. August 2007
Bei der Kollision zwischen einem Auto und einem Zug kommt ein etwa 20-Jähriger in Olbersdorf (Bezirk Neunkirchen) ums Leben. Das Unglück passierte an einem unbeschrankten Bahnübergang. Am selben Tag stößt auch in Bad Fischau (Bezirk Wiener Neustadt) ein Fahrzeug mit einem Triebwagen zusammen. Ein Mann erleidet schwere Verletzungen.

von Doris Vettermann und Krone.at; Foto: Feuerwehr Horn

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