Do, 21. Juni 2018

Ilisu-Staudamm

16.10.2007 22:54

Viele Familien in Türkei bereits illegal enteignet

Die Unterschrift des Ilisu-Vertrages ist kaum getrocknet, da hat die Türkei auch schon die ersten Familien illegal enteignet. Ohne Wissen der Partner in Österreich, Deutschland und der Schweiz und ohne Einhaltung der - angeblich so verbindlichen - Auflagen. Die Betroffenen sind vor Gericht gezogen.

Immer wieder wurde von den Verantwortlichen des Staudamm-Projektes erklärt, die Türkei sei ein verlässlicher Partner, die Auflagen werden in jedem Fall eingehalten. Dass dem jedoch nicht so ist, zeigt sich nun schon kurz nach der Kreditzusage. Auf eigene Faust und ohne die Geschäftspartner zu informieren, startete die Türkei die ersten Enteignungen in fünf Dörfern entlang des Tigris. "Das ist illegal! Die Auflagen wurden nicht eingehalten", so Ulrich Eichelmann von "eca-watch".

Den Betroffenen wurden nur sehr geringe Entschädigungssummen angeboten, viele sind deshalb vor Gericht gezogen. Noch gibt es nicht einmal für die gesamte Region einen Umsiedlungsplan, beziehungsweise kennen ihn die Menschen, die bald ihre Häuser verlassen müssen, nicht.

Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten befürchten, dass dies nicht die letzten illegalen Vorgänge beim Ilisu-Staudamm gewesen sind. Deshalb wollen sie ein Informations- und Beobachtungszentrum in der historischen Stadt Hasankeyf einrichten. Eichelmann: "Wir werden die Bauvorbereitungen dokumentieren und auf die Missstände aufmerksam machen."

Von Doris Vettermann, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.